Action-Adventure, Adventure, Open-World

Beyond Good and Evil

Beyond Good and Evil

Anlässlich des bald erscheinenden Beyond Good and Evil 2 wird dies das erste Spiel sein, dem ich etwas mehr Aufmerksamkeit widme.

2003 (geschaffen von Michel Ancel in den Ubisoft Montpellier Studios und gepublisht von Ubisoft) erschien diese kleine Perle für Konsole und PC und noch heute schwärmt mein Frauchen davon, wie unglaublich sie Beyond Good and Evil in ihren Bann gezogen hat. So sehr, dass sie es alle Jahre wieder spielt und es sie absolut nicht stört, dass die Grafik nicht dem neusten Standard entspricht. Im Gegenteil, die comicartige Grafik wirkt schier zeitlos. Angesiedelt ist Beyond Good and Evil im Action-Adventure Bereich, aber auch die Stealth-Elemente kommen nicht zu kurz.

Titelbild von Beyond Good and Evil
Jade aus Beyond Good and Evil.

 

Doch worum geht’s in Beyond Good and Evil?

 

Als Protagonist steigt man in die Rolle der jungen Reporterin Jade, die auf ihrem Heimatplaneten Hillys einer Verschwörung auf den Zahn fühlen muss. Begleitet wird sie dabei von ihrem treuen Freund und Onkel Pey’j. Doch nicht nur, dass sie die Verschwörung ihrer eigenen Regierung aufdecken muss, nein, der Planet wird immer mal wieder – mit Fortschreiten des Spiels öfter – von Aliens angegriffen, den DomZ.
Was steckt dahinter und was haben die DomZ mit der Regierung – allen voran mit der Militär-Abteilung Alpha – zutun und wieso ist Jade als Reporterin so pleite, dass sie das gesamte Spiel über Miniaufgaben lösen muss, damit sie genug Credits hat, um nicht nur sich, sondern auch die Waisenkinder, die sie versorgt, am Leben zu erhalten? All das wird im Laufe des Spiels aufgedeckt und die Story hat es in sich. 

Abenteuer mit Jade
Das Team nach der Action
Ein unschlagbares Team
Ein unschlagbares Team

 

Der Storyplot von Beyond Good and Evil hält was er verspricht

 

Direkt im Tutorial wird man von den feindlichen DomZ angegriffen, muss unter Anleitung seinen ersten Kampf bestreiten und sofort kommt die Frage auf:
Wieso werden wir überhaupt angegriffen? Und wieso zur Hölle behauptet die Regierung, dass sie den Angriff gestoppt hätte? Schwer vorstellbar, wenn die Alpha-Abteilung erst nach dem Angriff bei uns erscheint. Und warum möchte ein mysteriöser Mann von uns, dass wir ihm aus einer abgelegenen Höhle ein Foto einer seltenen Kreatur besorgen? Und warum sieht Jades Hund aus wie eine Eiskugel auf vier Beinen? So sieht doch kein Hund aus, ich weiß schließlich, wovon ich rede.
All die Fragen sorgen schon direkt zu Beginn des Spiels dafür, dass man schnell in die Welt von Hillys einsteigen kann, eine gewisse Neugierde entwickelt, wie die Welt geworden ist, wie sie nun einmal gerade ist.
Je weiter man die Story spielt und je mehr man aufdeckt, umso mehr möchte man das Große und Ganze verstehen. Und genau das braucht eine gute Handlung. Der Spannungsbogen geht zu keiner Zeit in diesem Spiel verloren und wird noch durch seine oft sehr liebevoll gestalteten Charaktere untermalt.

 

Die Welt macht das Spiel

 

Aber nicht nur die Story macht das Spiel zu einer kleinen Perle der Spielegeschichte, sondern auch die Welt, in der das Spiel eingebaut wurde.
Natürlich lassen sich oft Bezüge zu realen Orten erkennen, aber dennoch funktioniert die Welt von Hillys vollkommen eigenständig. Hier hat man mal einen chinesisch angehauchten Markt und dort eine klassische Arbeiterfabrik. Doch das Flair der Umgebung schafft es von sich zu überzeugen.
Das Spiel ist ein Open-World Game. Wie mein Frauchen, bin auch ich immer ein wenig skeptisch gegenüber Open-World Games, können sie doch all zu leicht dafür sorgen, dass man viel zu schnell von der eigentlichen Haupthandlung abgelenkt wird. Diese Balance schafft Beyond Good and Evil jederzeit zu halten.
Wieso? Weil es unglaublich viel Laune macht, zu Fuß oder mit dem Hovercraft die Welt von Hillys zu erkunden und zu entdecken.
Die vielen Details, die Ideen für diese Welt und auch die etwas repetitiven Minigames unterhalten einen laufend, ohne einen wirklich von der Hauptstory abzulenken. Und sollte es doch einmal dazu kommen, dann macht einen Onkel Pey`j sehr schnell darauf aufmerksam, dass man eigentlich noch etwas anders zu tun hatte. 

Die kleine Welt von Hillys
Die kleine Welt von Hillys
Hillys
Hillys

 

Die gute Mischung aus Stealth und Kampf

 

Ein weiteres sehr spannendes Feature des Spiels ist die Schleichfunktion. Es ist nicht so, dass Jade nicht kämpfen kann.
Sie muss sich das gesamte Spiel gegenüber den Aliens oder auch anderen kleinen Gegnern behaupten. Das Kampfsystem ist wirklich rund und macht Laune. Ihre Hauptwaffe ist der Kampfstab und in klassischer Manier, wird man auch mal mit besonders schick aussehenden Moves belohnt, wenn man eine Reihe an Angriffen hintereinander schafft.
Doch gerade, wenn man die Fabriken der Regierung aufs Korn nimmt, merkt man als Spieler schnell: Kämpfen ist einfach nicht erwünscht, im Gegenteil.

Es sind diese Momente, in denen man als Spieler eins noch einmal sehr deutlich vor Augen geführt bekommt: Jade ist eine Reporterin, keine Kämpferin.
Was heißt das im konkreten? Jade hat keine oder nur sehr geringe Chancen sich gegen einen gut ausgebildeten Soldaten in seinem Schutzanzug zu wehren, sind es gleich zwei oder ein ganzer Raum voll Soldaten, dann weiß man eigentlich direkt: Game over.
Und das sind die Momente, die das Spiel wirklich zum Zerreißen spannend machten.

Wie schleicht man durch einen Raum voller Soldaten und wird nicht gesehen? Hier und da erwischt man sich selbst dabei, wie das Herz schneller klopft, wenn ein Soldat doch einmal aufmerksam wurde und in seiner Umgebung überprüft, was er gesehen hat.
Man atmet erleichtert aus, wenn man es zum nächsten Checkpoint geschafft hat, wo man wieder Luft holen kann.

Doch leider muss an dieser Stelle gesagt werden, dass so spannend und ergiebig die Stealthpassagen auch sind, sie schnell einmal zu Frustsituationen führen können. Ist man schon in seinem sechsten Versuch, eine einzige Passage zu schaffen, dann sinkt der Spaßfaktor relativ schnell.

Und trotz allem schafft Beyond Good and Evil die Waage zwischen Stealth und Kampf gut zu halten und es macht wirklich viel Laune, in der Welt von Hillys seine aktiven und passiven Kämpfe zu führen.

Jade aus Beyond Good and Evil
Jade schleicht sich ihren Weg
Das unschlagbare Team aus Beyond Good and Evil
Man weiß, der Kampf wird kommen

 

Was wäre eine Reporterin ohne Kamera?

 

Richtig, sie wäre keine Reporterin. Daher hat auch Jade ihre Kamera steht‘s griffbereit und das Spiel schafft es super, die Kamera als Spielelement einzubauen.
Sie ist nicht nur das Gimmick, das man mal benutzen muss. Sie ist auch elementarer Bestandteil, damit man das Spiel überhaupt gelöst bekommt.
Während die Kamera in den Nebenmissionen tatsächlich eher das Gimmick ist, so kann man z.B. auf ganz Hillys alle Tiere fotografieren und bekommt dafür Bares.
So ist sie in den Hauptmissionen unabdingbar, um die Verschwörung auch via Bild festhalten zu können.

Aber genau diese Mischung macht‘s aus. Ähnlich wie beim Kampfsystem wird man nicht zu sehr damit überschwemmt, die Kamera zwanghaft benutzen zu müssen, bekommt aber dennoch oft genug einen Anreiz ganz von alleine die Kamera zu zücken.

Kameramodus aus Beyond Good and Evil
Kameramodus

 

Sidequests, immerhin ist es nun mal Open-World

 

Zu keiner Zeit habe ich mich von einer Sidequest gestört gefühlt, im Gegenteil, sie waren gut in die Story integriert, man hatte die Gelegenheiten, sich Boni zu erspielen und vergaß dabei dennoch nicht das Große und Ganze. Während man bei dem einen Minispiel, wie bereits erwähnt, die Tierwesen von Hillys fotografieren musste, konnte man in einem anderen Minispiel sein Können mit dem Hovercraft beweisen und gegen die Zeit fahren oder sogar an ganzen Rennen teilnehmen.
Aber auch kleine Minibasen der Regierung konnte man freiwillig aufs Korn nehmen und dort noch einmal seine Stealth-ader unter Beweis stellen.
Das Positive an den Sidequests? Sie sind der Theorie nach nicht Pflicht, man muss sie vielleicht aber hier und da mal in Angriff nehmen, damit man genug Credits und Perlen – die Währung auf Hillys – zusammen bekommt.
Aber tatsächlich gibt auch das einen guten Anreiz, schließlich möchte man sein Hovercraft und seine Kamera im Laufe des Spiels auch verbessern und ausbauen oder auch ganz einfach mal ein zusätzliches Herz für die Lebensenergie ergattern.

Hillys aus Beyond Good and Evil
Der Weg durch Hillys
Abenteuer in Beyond Good and Evil
Sidequests kann es überall geben

 

Fazit zu Beyond Good and Evil

 

Als Beyond Good and Evil 2003 zum Weihnachtsgeschäft erschienen ist, hat es leider nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die es definitiv verdient hätte.
Mein Frauchen wusste zu berichten, dass es dennoch einen recht harten Kern an eingefleischten Fans gibt, die dieses Spiel noch heute gerne spielen und darauf kann ich nur mein Pfötchen geben.
Es lohnt sich von Anfang bis Ende das Spiel zu genießen. Wer keine PS 2 mehr zuhause hat und dieses Spiel lieber auf Konsole spielen möchte, dem hat Ubisoft 2010 die Möglichkeit gegeben, das Spiel durch eine HD-Version für PS 3 zu bekommen.
Aber auch so kommt man heute definitiv noch an die PC-Version, mittlerweile für ein paar wenige Euro.

Wer also ein RPG-Adventure mit Open-World und einer liebevoll gestalteten Welt und Charakteren erleben möchte, das sich trotz seiner Jahre noch sehr gut gehalten hat, dem kann ich guten Gewissens mein Pfötchengütesiegel geben, dass er bei dem Kauf dieses Spiels für den mittlerweile sehr günstigen Preis nichts falsch machen wird.

Dafür gibt es von mir in allen drei Kategorien meines Pfötchengütesiegels volle Punkte:

 

 

Vielleicht kommt der ein oder andere dazu, sich selbst ein Bild zu machen oder hat sich schon lange ein Bild von Beyond Good and Evil gemacht.
Gerne dürft ihr mir eure Spieleerfahrung berichten, denn ich bin immer gespannt, auch mal andere Sichten als die von meinem Frauchen zu lesen.

Und wenn ihr doch etwas mehr über die Technik wissen oder ganz einfach auch eine andere Meinung dazu lesen wollt, dann schaut doch hier vorbei:

Beyond Good and Evil Review von GamePro

oder:

Beyond Good and Evil Review von GameStar

 

Und damit alle Leute, die keine Zeit haben das Game selbst zu zocken auch etwas davon haben:

Ein Let’s Play der lieben tyraphine, schreibt mir doch in den Kommentaren, ob es sonst noch Let’s Player gibt, bei denen ihr es gerne schaut.

Und solltet ihr doch Bock haben selbst zum Kontroller oder zur Tastatur zu greifen, dann findet ihr Beyond Good and Evil für wenig Geld im PS Store, im Steamstore und im Ubisoft Store.

Und auch Amazon bietet Beyond Good and Evil an:

Beyond Good & Evil [Green Pepper] Version für einen super Preis

Bis dahin reicht euch die Pfote und freut sich euch im nächsten Beitrag wieder zu sehen,

Euer Beagle on Games, der Beagle der sprechen kann

 

PS: Da mich einige drauf angesprochen haben, dass ich mich zu wenig getraut habe, den Hund in mir sprechen zu lassen, seht diesen Artikel als meinen ersten Versuch als Hund zu schreiben. Mittlerweile habe ich mein Eis durchbrochen und trau mich viel mehr, euch all das unter die Nase zu reiben, was ich als Hund auch wirklich denke.

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