Action-Adventure, Adventure, Horror, Shooter

The Last of Us

The Last of Us

Ein Spiel, dass mein Hundeherz tiefberührt, mich lange Zeit über alles nachdenken lassen hat. Was ist die Welt, wenn sie nicht mehr ist? Wie weit geht man, um sein liebstes Frauchen zu beschützen? Und vor allem, wie weit geht man, um ein völlig fremdes Mädchen zu schützen?

Ich hab‘s rausgefunden und kann euch versprechen, dass mein Knurren irgendwann automatisch aus mir rauskam, wenn jemand meinem neuen Mädchen zu nahe kam. Da hat Naughty Dog etwas Großes geschaffen und Sony hat alles richtig gemacht, The Last of Us im Juni 2013 exklusiv für PS 3 rauszubringen.

Aber gut, was erwarte ich als Hund auch, natürlich konnte The Last of Us nur gut sein, immerhin wurde das Spiel von einem Hund gemacht, warum sonst sollten sie sich Naughty Dog nennen? Und wenn es doch kein Hund war, dann waren es aber mindestens Hundeliebhaber, wie mein Frauchen.

The Last of Us
The Last of Us
Der Anfang vom Ende
Der Anfang vom Ende

Worum geht’s in The Last of Us

 

Darum, dass die Welt quasi untergegangen ist. Eine Pilzpandemie hat die Menschheit befallen. Menschen, die infiziert wurden, entwickeln im Laufe ihrer Krankheitsphase mehrere Stadien der Infektion. Aber nicht nur das: Der Pilz setzt sich im Gehirn fest und kontrolliert seinen Wirt, damit dieser den Pilz weiter überträgt.

Aus der Perspektive von Joel erlebt man den Beginn der Apokalypse. Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf und 20 Jahre später, ist die Welt eine traurige, verfallene Wüstenlandschaft, die von Runnern, Stalker, Klickern, Bloatern und Banditen kontrolliert wird.

Dort, wo es sicher ist, kontrolliert die Regierung das Überleben der Menschen via Quarantänezonen. Die Rebellen Fireflies wollen genau daran etwas ändern und die Menschen von der harten Kontrolle befreien. Zwischen all dem lebt Joel, der eigentlich schon gar nicht mehr wirklich lebt, sondern „vor sich hinlebt“.

Bis er die nervige Aufgabe bekommt, ein junges Mädchen namens Ellie zu einem Stützpunkt der Fireflies zu schmuggeln. Wieso? Weil sie angeblich immun gegen den Pilz ist. Joel hat keine Lust und doch begeben die beiden sich nun auf eine sehr intensive Reise. Eine Reise, die ich als Hund mit jedem Pfotenschritt genossen habe.

Joel
Joel
Ellie - mein Lieblingsmädchen
Ellie – mein Lieblingsmädchen

 

Naughty Dog will Emotion wecken

 

Und genau das schafft Naughty Dog in The Last of Us definitiv. Schon in den ersten 10 Minuten des Spiels sitzt man vor dem Bildschirm und verdrückt ein erstes Tränchen. Ich war so mitgenommen, dass ich zu meinem Frauchen ging und mich an ihr Bein knuddelte. Das was passiert war, war eine so schreckliche Vorstellung für mich, dass ich sie niemals erleben möchte. Mein Frauchen verlieren, wäre das schlimmste der Welt.

Danach springt The Last of Us, keine 5 Jahre, keine 10 Jahre, sondern gleich ganze 20 Jahre. Die Welt ist so weit weg von dem, was sie mal war, ich würde dort sicher nicht alleine Gassi gehen wollen. Aber mit Joel eigentlich auch nicht, der ist grantig und verbittert, gezeichnet von seinem Leben und hat eigentlich auf gar nichts mehr Lust. Er ist auf der dunklen Seite der Welt gewandert, und hat sich einen Namen als Schmuggler gemacht. Deswegen beauftragt ihn die Anführerin der Fireflies, das junge Mädchen Ellie zu einem Stützpunkt zu schmuggeln.

Und damit, betritt mein Lieblingsmensch des Spiels den Bildschirm. Ellie ist toll, Ellie hat man von Anfang an lieb. Okay, alle bis auf Joel. Joel ist genervt von dem jungen, aufgeschlossenen, immer plappernden Mädchen, das ihn viel zu sehr an seine Tochter erinnert. Ich nicht, ich hab sie sofort in mein Hundeherz geschlossen.

Und hier kommt das, was Naughty Dog meisterhaft geschafft hat, das was man als Zuschauer für Ellie sofort empfindet, baut sich bei Joel Schritt für Schritt auf. Erst ist er genervt von ihr, dann empfindet er die erste Zuneigung zu ihr, die er niemals zugeben würde, dann kommt die Zuneigung, die er durchaus zeigt. Und je weiter man mit Ellie durch die Welt wandert, umso größer wird die Zuneigung, bis auch die harte Schale von Joel knackt und das weiche Herz zum Vorschein kommt. Er beschützt sie von Anfang an, aber die Intensität mit der er beschützt, nimmt zu, soweit, dass die beiden ein richtiges Vater und Tochter Verhältnis haben. Man nimmt Joel jede Sekunde des Spiels ab, dass er erst mit Ellie warm werden musste, dass er Ellie dafür am Ende aber umso mehr ins Herz geschlossen hat und ihr väterliche Liebe entgegenbringt.

Ellie ist da anders gestrickt, natürlich schließt sie Joel sofort ins Herz, sie sieht in ihm direkt so etwas wie einen Vaterersatz, ist beeindruckt davon, wie er sich in der Welt zurechtfindet. Etwas das Ellie auch gerne möchte. Und sie entwickelt sich weiter, sie lernt zu kämpfen, sie bekommt ihre Waffe und aus der anfänglichen Naivität, wird ein ernstes Mädchen, das versteht, dass die Welt nur noch grausam ist. Das hat mich ungemein mitgenommen, denn oft musst ich daran denken, dass es irgendwie wie die Zerstörung der Unschuld war. Aber deswegen mochte ich Ellie nicht weniger, denn selbst ich, als Hund, der nur zuschaute war Willens Ellie zu jedem Zeitpunkt zu beschützen, das ging sogar soweit, dass ich jeden beißen wollte, der ihr zu nahe kam.

Aber nicht nur bei Joel und Ellie hat Naugthy Dog eine emotional runde Fahrt aufgebaut, auch jeder Nebencharakter, und tritt er noch so kurz auf, schafft es von sich zu überzeugen. Schafft es dich zum Weinen zu bringen, wenn etwas Tragisches passiert, oder auch einfach genervt zu sein, weil der Charakter so verschroben ist.

Tote weite Welt
Tote weite Welt
Mit unfreundlichen Banditen
Mit unfreundlichen Banditen

 

Die Reise ist die Story

 

Mit Joel und Ellie ist man lange unterwegs. Durch ganz Amerika wandert man, um sein Ziel zu erreichen und dabei erlebt man viel, an vielen Stellen emotional zu viel. Mit jedem Schritt, die diese Reise andauert merkt man, wie verkommen die Welt ist. Trifft man Menschen, dann glaubt man am Anfang noch an das Gute, wieso sich gegenseitig töten, wenn die gesamte Welt von Pilz infizierten Menschen bevölkert wird.

Doch schnell holte mich und mein Frauchen die Realität ein, die Menschen wollen sich nicht gegenseitig dabei helfen zu überleben. In 90% aller Fälle ist sich jeder der Nächste. Und aus der anfänglichen Vorsicht, die mein Frauchen und ich an den Tag legen, wird schnell ein: Wir schießen besser zuerst, das spart uns Medizin und Ärger.

Man mutiert irgendwann selbst regelrecht zu einem eiskalten Menschen, dem es egal ist, über wie viele Leichen er gehen muss, um Ellie und sich selbst zu schützen. Und die Entwicklung, die man während der Reise macht, angefangen vom Menschen der nicht zuerst schießt, zum Menschen der sofort schießt, ist wirklich gut gemacht. Man merkt es selbst nicht, es ist schleichend, bis der Punkt kommt, wo man merkt: Hmm diesmal haben mein Frauchen und ich den Beef angefangen, obwohl die Banditen uns gar nicht entdeckt haben.

Doch das ist nicht die einzige Gefahr. Da sind natürlich noch die Infizierten und die haben meinem Frauchen und mir allzu oft die Nackenhaare zu Berge stehen lassen. Natürlich ist Joel erfahren, er kann bestimmte Infizierte messern, gerade wenn sie noch keine Klicker sind. Aber Klicker bedeuten oft auf der Reise den sofortigen Tod, wenn sie einen entdecken. Und gerade die Klicker sind es, die von Naughty Dog brillant und unheimlich inszeniert wurden. Der Moment, wenn man eine verlassene U-Bahnstation betritt, die kaum bis gar kein Licht hat und nur das klicken in der Dunkelheit hört, ist der Gänsehautmoment, wo mein Frauchen und ich gar nicht weitergehen wollten. Die Angst vor dem, was in der Dunkelheit lauert, war einfach zu groß.

Das lässt leider im Laufe von The Last of Us nach. Je besser Joel geskillt ist, umso einfacher wird es für ihn, sich auch gegen Klicker zu wehren. Dennoch hat The Last of Us viele Momente, in denen man besser rennt oder sich versteckt, als sich den Massen der Infizierten entgegen zu stellen. Erreicht man sein Ziel, wird es nicht weniger spannend, denn über die gesamte Reise fragte ich mich als Hund: Lohnt es sich überhaupt, diese Menschen ohne Moralvorstellung noch zu retten? Haben sie es nicht nach 20 Jahren Verwahrlosung und Bestialität verdient, in einer Welt voller Infizierter zu leben? Aber würde so eine Entscheidung nicht meine eigene Moral zerstören?

Zugegeben, ich als Hund habe eh nur die Moral zu überleben, aber mein Frauchen nicht. Sie hat‘s mir erklärt, ihre Meinung war recht deutlich: Die Menschheit hat es nicht mehr verdient. Das kann übrigens jeder anders sehen und auch das macht The Last of Us so gut.

Kampf um Leben und Tod
Kampf um Leben und Tod
Auch gegen Infizierte
Auch gegen Infizierte

 

Von Schwach zu Rambo und anders rum

 

Zu Beginn des Spiels hat man nicht viel. Ein Messer und eine Waffe und natürlich kaum Munition. Auch ist die Gesundheit recht gering, was realistisch ist. Joel ist ja kein Rambo. Allerdings, kann man es werden und das ist mir dann doch als einziger Punkt negativ aufgefallen. Je weiter mein Frauchen und ich gewandert sind, umso mehr Pillen hat Joel gefunden, um sich skillen zu können, umso mehr Waffen gab es, die uns auf restlos jede Eventualität vorbereiten.

Skillt man die richtigen Punkte, wie Gesundheit, Waffenbalance und einen Messerstoßtod für Klicker, sind die Infizierten, aber auch die Banditen später eigentlich keine Herausforderung mehr. Im Gegenteil, manchmal prügelt man sich auch einfach seinen Weg durch die Masse. Wieso? Frauchen nach, weil es Spaß macht. Der Flow des Faustkampfs ist so gelungen, dass Frauchen Joel oft nur noch „Panzerfaust Joel“ nannte. Fand ich komisch, aber ich hab ja auch nur Zähne und Krallen, um mich zu wehren.
Aber auch seine sonstigen Waffen sind durchaus kreativ. Von der normalen Pistole, über die Schrotflinte, bis hin zum Flammenwerfer ist alles dabei. Noch dazu hat man die Möglichkeit, mit seinen gefunden Ressourcen Molotowcocktails, Rauchbomben und Mediks zu erstellen.

Die Besonderheit dabei ist, dass man die gleiche Ressource für mehrere Sachen nutzen muss. Gerade zu Beginn, muss man ordentlich haushalten, aber auch das wird im Laufe des Spiels zur Nebensache. Trotzdem bin ich dankbar, dass ich als Hund auf sowas nie Rücksicht nehmen muss, denn sowas erledigt alles mein Frauchen für mich.

Und um dem Ganzen dann noch etwas mehr die Schwierigkeit zu nehmen, besitzt Joel einen Lauschmodus, mit dem er durch Wände per Knopfdruck die Silhouetten der Gegner sehen kann, die gerade Geräusche von sich geben. Ein Feature, das von einigen Gamern bewusst nicht genutzt wurde. Ich versteh das echt gut, immerhin kann ich zwar meilenweit hören, – ich höre mein Frauchen schon kommen, wenn sie ganz unten im Haus die Haustür aufschließt – aber deswegen kann ich sie ja noch lange nicht sehen.

Mitten im Spiel muss man dann auch kurz Ellie spielen und dann schafft das Spiel etwas, was man bis dahin nicht erwartet hätte. Man fühlt sich wieder schwach und verletzlich. Für mich war das furchtbar, ich wollte doch mein Mädchen unbedingt beschützen, wie sollte ich das nur machen, wenn sie sich nun selbst schützen muss?
Klar, Ellie kann sich wehren, aber sie ist nur ein Kind. Sie kann nicht wie Joel in eine offene Konfrontation gehen, sie kann sich auch nicht offen gegen Infizierte wehren. Sie kann entweder schleichen oder sich verstecken und da sie ein Kind ist, sind ihre Schleichkünste auch bei weitem nicht so präzise und lautlos wie bei Joel, genauso ihre „lautlosen Kills“, die hin und wieder doch noch etwas lauter ausfallen, was aber gerade deswegen so realistisch ist.

 

Ob schlagen....
Ob schlagen….
... oder messern
… oder messern

 

Alles ist dabei
Alles ist dabei

Von Emotion zu Atmosphäre

 

Ich habe ja schon von dem Emotionen gesprochen, auch die Atmosphäre wurde kurz erwähnt. Aber die Atmosphäre wird ja nicht nur durch die Kulisse geschaffen, sondern vor allem auch, durch den Soundtrack. Schon das Intro wurde von Gustavo Santaolla mit einem Main Theme versehen, das einfach vorne und hinten stimmt.

Auch hier haben meine Hundeohren lieber dem Sound gelauscht, als dem was die Dame über die ausbrechende Pandemie zu erzählen hatte. Und das, zieht sich auch durch das gesamte Game. An keiner Stelle wirkt der Soundtrack deplatziert. Sind die Momente ruhig, weil man einmal verschnaufen darf, kommen ruhige und sanfte Klänge. Ist man in einer geladenen Actionsituation, ist der Soundtrack nervöser und schneller.

Genau richtig, um auch auditiv (jap, der Beagle kann solche Worte, hab sie von Frauchen abgehört) komplett ins Game zu versinken und die Atmosphäre zu genießen. Aber auch so schafft die Atmosphäre es von sich zu überzeugen. Kämpfe gegen Banditen versetzen einen in Spannung, weil man nicht immer Rambo spielen kann, sondern oft auch westernlike einen Schusswechsel austauschen muss oder auch ganz einfach mal noch vor einem Kampf versucht, so leise wie möglich an einen Gegner ranzukommen um in stealth zu töten.

Die dunklen Kellermomente mit Infizierten sind zwar sparsam, aber dafür atmosphärisch immer wieder eine Zerreißprobe. Die Geräusche, die jeder Infizierte – egal auf welcher Stufe er infiziert ist – von sich gibt, erzeugen eine Gänsehaut. Oft hört man die Infizierten, noch bevor man sie sehen kann, geschweige denn weiß, wo sie sich gerade überhaupt befinden. Einfach klasse, ich habe es geliebt, auch wenn ich als Beagle natürlich niemals auch nur einmal einen einsamen Keller betreten hätte.

Diese Momente, wo die Dunkelheit wartet...
Diese Momente, wo die Dunkelheit wartet…
funktionieren auch tagsbüber!
funktionieren auch tagsbüber!

Fazit zu The Last of Us

 

Das Spiel ist von vorne bis hinten einfach nur, es ist in etwa so rund, wie wenn ich mir in den Schwanz beiße und mich dabei im Kreis drehe (Ja, ich als Hund kann mir in den Schwanz beißen!). Mehr kann man einfach von einem Game nicht erwarten und auch mein Frauchen war einfach nur hin und weg.
Daher gibt es von mir auch hier ganz klar das goldene Pfötchengütesiegel:

goldenes Pfötchengütesiegel

Hier stimmt einfach alles, Naugthy Dog weiß einfach was sie tun. Die Grafik, auf die ich sonst eher weniger Wert lege ist ein Traum, die Story ein hundehammer und die Atmosphäre sagenhaft. Auch der Gameflow ist super gelöst, man kommt schnell in die Steuerung rein.

Ihr habt keine Zeit oder keine Konsole um es zu zocken? Dann auch hier wieder meine Let’s Play Empfehlung.

Wie recht oft dabei, der gute Betagott, wieder mit viel Humor und einer guten Prise Sarkasmus ein Gamer, den ich immer wieder gerne empfehle, auch bei diesem Game:

Den Bruugar lege ich euch nicht nur nahe, weil er sympathisch ist, sondern, weil er das Game in der Remasterversion für die PS4 in 100% und vor allem mit englischem Sound gezockt hat. Ist also für jeden etwas, der die deutsche Synchronisation vielleicht nicht mag oder sich einfach nicht mit ihr anfreunden kann:

 

Für alle mit Konsole und Zeit, gibt es das Game sowohl auf der PS3 als auch als remasterte Version im PS Store oder im Handel und natürlich bei Amazon:

Bis dahin reicht euch die Pfote und freut sich euch im neuen Review zu lesen,
euer Beagle on Games, der Beagle der sprechen kann

Tagged , , , , ,

5 thoughts on “The Last of Us

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.