Adventure, Point and Click

The Secret of Monkey Island

Der Eine, der Besondere...der Titelscreen

 

Einmal da sagte mein Frauchen zu mir „Guck mal hinter dir ist ein dreiköpfiger Affe“, blöd wie ich manchmal bin, hab ich mich auch noch umgedreht und sie danach angeschaut, als hätte sie nicht alle Schrauben locker. Sie zwinkerte mir zu und sagte „Komm Kleiner, ich zeig dir woher ich’s hab, es wird dir gefallen.“
Und sie zeigte mir The Secret of Monkey Island, das knapp 20 Jahre vor meiner Geburt erschienen ist und mich trotzdem als Beagle noch begeistern konnte.

Wieso? Fangen wir mal bei der Grafik an, klar sie ist Pixel für Pixel zu erkennen und das meine ich wortwörtlich, dennoch hat sie Liebe zum Detail und ist trotz ihrer fast 30 Jahre (3 Jährchen fehlen noch) schier zeitlos und wird es sicherlich auch immer bleiben. Genauso, wie der Humor immer klappen wird, klappt sogar bei Hunden, was hab ich lachend auf dem Rücken gelegen und mich gekringelt, als ich es mit meinem Frauchen gespielt habe.

Dabei hab ich sie am Anfang nicht mal ernst genommen, als sie ihren Emulator auspackte (ScummVM) damit sie das Spiel überhaupt noch auf ihrem Rechner zum Laufen bekam. Ernsthaft Frauchen? Sie sagte nur: Ernsthaft du Hund.
Und ich erlebte eine absolut geile Zeit und das nicht nur mit Teil 1, aber zu den anderen Teilen kommen wir später.

Ja, wir sind ganz tief in der Karibik
Ja, wir sind ganz tief in der Karibik
Der Eine, der Besondere...der Titelscreen
Der Eine, der Besondere…der Titelscreen

Doch worum geht’s in Monkey Island?

 

Um einen Niemand namens Guybrush Threepwood der nur den einzigen Traum hat Pirat zu werden. Dafür landet er auf Melee Island und erfährt dort, dass er drei Prüfungen ablegen muss, damit er sich danach offiziell und per Zertifikat Pirat nennen darf.

Klingt nach einem Klacks oder? Ist es natürlich nicht. Dabei lernt er die wunderschöne Gouverneurin Elaine Marley kennen, in die er sich sofort verliebt, die ihn aber kaum eines Blickes würdigt.

Guybrush erfährt von einem Geisterpirat namens LeChuck, der es auf seine liebste Elaine abgesehen hat und nebenher muss er natürlich die Prüfungen meistern.

Und zu allem Überfluss muss er im Verlaufe des Spiels auch noch das sagenumwobene, nirgendwo zu findende, Monkey Island finden. Guybrush hat viel zu tun, dafür, dass er nur Pirat werden möchte.

 

Der Affenkopf auf Monkey Island
Der Affenkopf auf Monkey Island
Wo sollte ein Geisterschiff auch sonst sein?
Wo sollte ein Geisterschiff auch sonst sein?

Guybrush Threepwood der Held…äh Antiheld

 

Guybrush ist wohl das, was man in der heutigen Zeit als den absoluten Looser bezeichnen würde, der nicht liebevoller sein könnte. Echt, ich würde ihn sofort als Herrchen adoptieren. Er kommt, naiv wie er ist, nach Melee Island und möchte Pirat werden. Dabei werden die meisten Leute im Game es nicht müde Guybrush zu sagen, dass er ein totaler Looser ist, aber er ruhig mal die Prüfung versuchen soll.

Guybrush lässt sich natürlich nicht aufhalten, noch weniger, als er sich in die wunderschöne Elaine verliebt, die ihn wie gesagt vorerst vor den Kopf stößt. Wobei ich mir schon das ein oder andere Mal die Pfote auf die Augen gepackt hab und mich fragte: „Frauchen, wieso denn genau die Antwort?“ Und was sagte Frauchen zu mir? „Na, weil es einfach keine Antwort gibt, die ihn cool dastehen lässt.“ Der Spieler kann Guybrush gar nicht anders spielen – was nicht heißt, dass er nicht auch coole Sprüche drauf hat – und dennoch lernt man einiges von ihm.

Denn Guybrush lebt von seinem Charakterkonzept und davon könnten sich einige in der heutigen Zeit viel abgucken. Man fängt am Boden an, man bleibt eine Weile am Boden, aber Guybrush bleibt immer dran. Er macht jeden Scheiß und sei es noch so dämlich und hat dabei tatsächlich immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, der ihn allzu oft dann doch noch mal etwas seltsamer erscheinen lässt.

Daher mag man Guybrush von Anfang an und hilft ihm als Spieler alle Rätsel zu lösen, habe ich alle meinem Frauchen überlassen, weil sie ja als Mensch angeblich die Intelligentere von uns ist. Dabei muss man sich von Guybrush auch hin und wieder mal sagen lassen, dass man als Spieler gerade zu blöd ist, dass Rätsel zu lösen. Danke Guybrush, dass du uns daran erinnerst, dass du eigentlich fremdgesteuert wirst und wir – und damit meine ich natürlich mein Frauchen – uns dämlich anstellen.

Yep, der Buchhalter, der mal Pirat werden möchte
Yep, der Buchhalter, der mal Pirat werden möchte
Was genau wollen wir werden?
Was genau wollen wir werden?

 

LeChuck der Geisterpirat, der sich Bösewicht nennt

 

Mit Elaine kommen natürlich auch alle Schwierigkeiten. Madame hat ihrem Vater versprochen, sich niemals in einen Piraten zu verlieben. Was erfährt man sonst noch über Elaine? Erst mal nicht viel. Sie ist Gouverneurin von Melee Island und hat eine Vergangenheit mit einem Piraten namens LeChuck. Besagter LeChuck wollte ihr Herz erobern und ist sogar für sie gestorben, was ihn übrigens nicht davon abhält, weiter ihr Herz erobern zu wollen. Klingt verrückt oder? Aber mit LeChuck ist ein Bösewicht geschaffen worden, dessen Theme man wohl heute noch blind mitsummen kann und der böser und skrupelloser nicht sein könnte.
Und Guybrush braucht einfach seinen Bösewicht, der gegen ihn agiert.

Und wie passend, dass Guybrush sich mit LeChuck um seine Herzensdame prügeln muss, klischeehafter geht es eigentlich gar nicht, aber macht es nicht gerade das lustig? Der Looser, der eigentlich keine Chance haben sollte, will alles tun um die Dame seines Herzens vor dem Geisterpiraten LeChuck zu bewahren? Es hat funktioniert, ich hab es gefeiert und geliebt. Vor allem, da die Story, wie LeChuck zum Geisterpirat wurde, mehr Background besitzt, als so manches Spiel heutzutage zu bieten hat.
Und ehrlich gesagt tut LeChuck das, was eigentlich jeder in dem Spiel tut, er nimmt Guybrush absolut nicht ernst. Schafft es nicht mal sich seinen Namen zu merken, was für den einen oder anderen Lacher sorgt. Aber was macht LeChuck als Bösewicht aus, dass er einem so sehr im Gedächtnis hängen bleibt?

Einfach alles, er ist irgendwo auf der geheimen Insel Monkey Island und ist dort mit seiner Geistercrew einzig und alleine damit beschäftigt, zu planen Elaine zu entführen, damit er sie endlich heiraten kann. Er hat ein eigenes Theme von den Programmierern bekommen, das fast noch mehr im Ohr hängen bleibt, als das eigentliche Main Theme.

Es ist genial und passt sich einfach der ganzen Atmosphäre des Spiels an. LeChuck ist schon mit seinem ersten Auftreten dort angekommen, wo viele Bösewichte in den heutigen Spielen noch hinkommen wollen und das mit verdammt viel Humor. Aber gut, der Humor macht das Spiel nun mal auch aus.

Der Grund um LeChuck einzuführen
Der Grund um LeChuck einzuführen
The Evil one
The Evil one

Der Humor führt zum Sieg

 

Natürlich sind es die großen Witze allen voran die Antwortmöglichkeiten, die man als Guybrush hat und die Gegenantwort, wenn man wirklich eine der schwachmatischen Antworten auswählt. Aber auch die Personen selbst − seien sie noch so unwichtig − bekommen in The Secret of Monkey Island ihren Humor durch Gesagtes und Getanes. Dort hat man die stets betrunkenen Piraten, die eigentlich keinen blassen Schimmer von irgendwas haben, dir aber ihre ganze Lebensgeschichte erzählen.

Den kleinen Hund in der Scummbar – der noch weniger kann als ich – aber das Wort LeChuck mit einem GRRR gut untermalen kann, während er dir die Geschichte von Melee Island wufft. Die Fettucini Brothers, die sich permanent streiten, wer den neusten Zirkustrick macht – bis Guybrush ihn macht und sie sich danach drum streiten, wer ihn macht – und den Schiffsverkäufer, von dem jeder Autoverkäufer noch etwas lernen kann.

Der Kartenverkäufer, der mich all zu sehr an einen Dealer für Piraten erinnert hat und dich ständig mit einem „Psssssst!“ zu sich ruft. Und seien mal nicht die Kannibalen auf Monkey Island vergessen, die ihr Ziel Guybrush zu kochen, wohl heute noch zu erreichen versuchen.

Was hat das Spiel an Humor noch zu bieten? Oh Leute eine Menge. Das Beleidigungsfechte, dass eine Kunstform für sich ist, wenn Piraten wirklich so gefochten haben, dann wäre ich auf Melee Island nicht sonderlich weit beim Gassi gehen gekommen, weil ich mir ständig die Duelle angeschaut hätte, während ich so den ein oder anderen Baum markieren würde.

Oder der Typ im Knast, der den Käsekuchen einfach nicht haben möchte – wie kann man etwas zu Fressen nur ablehnen, ich hätte das Ding, gleich mit Feile drin, ohne zu kauen verschlungen. Ach ja und ein Gummihuhn spielt auch noch eine große Rolle beim Humor.
Aber es gibt auch den Humor zwischen den Zeilen und der sorgt dafür, dass das Spiel zu einer absolut runden Sache wird.

Hinter euch ein dreiköpfiger Affe!
Hinter euch ein dreiköpfiger Affe!
Die Fettucini Brothers
Die Fettucini Brothers
Stan the one and only
Stan the one and only

 

 

 

 

 

Unsere Piratencrew, weil wir sind ja Piraten oder?
Unsere Piratencrew, weil wir sind ja Piraten oder?

Vom Running Gag bis hin zu alt mit modern gemischt

 

Das Spiel lebt von seinen Running Gags, die man selbst finden muss. Gut, manche sind offensichtlich und müssen nicht gefunden werden, aber die zähle ich zu dem Humor, den man eh im Spiel finden kann. Ich meine etwas ganz anderes, ich meine den Humor, der von den Entwicklern versteckt wurde und das Spiel zu einem Highlight macht.

Der Moment, wenn man Guybrush austesten lässt, ob er wirklich 10 Minuten unter Wasser die Luft anhalten kann – er hat ja schließlich groß damit geprahlt… Oder den Baumstumpf im Wald – ich verrate es euch nicht, die meisten wissen es eh. Aber für diejenigen, die unter einem Stein äh Baumstumpf gelebt haben und noch nie etwas von Monkey Island gehört haben, für die verrate ich es nicht, aber die dürfte es nicht geben oder? Sogar ich der Beagle kenn das Spiel – oder der Witz beim Felsen auf Monkey Island selbst. Diese Dinge findet man zufällig raus aber das bringt einen nicht weniger zum Lachen.

Und weil es mir als Hund noch wichtig ist, natürlich der Moment, wo man die Hunde von Elaine vergiftet und das Spiel einen drauf Aufmerksam macht, dass in dem Spiel keine Tiere zu Schaden gekommen sind. Pfötchen hoch an Lucasfilm Games, klasse Aktion, ich wäre nämlich auch einer dieser Hunde gewesen, der das Fleisch sofort gefressen hätte.

Und ein Element gibt es im Spiel, das einem im ersten Moment gar nicht wirklich auffällt. Etwas, was für einen selbstverständlich ist, aber definitiv nicht in der Zeit, in der Monkey Island spielt.

Die Mischung aus Moderne und Piratenzeit. Da hat man hier Pfefferminzbonbons, dort Cornflakes und ein riesen Q-Tip um das Ohr eines Affenkopfs zu reinigen und natürlich sei der Grog-Automat (der erstaunliche Ähnlichkeit zu einem Cola-Automaten hat) nicht vergessen, der bei Stans Büro am Hafen steht. Ach ja und auch die Kannibalen nutzen sehr moderne Technik je öfter Guybrush aus seiner Zelle flieht.

Das zieht sich durch ganz The Secret of Monkey Island und es macht das Spiel einfach klasse, denn The Secret of Monkey Island ist genau darauf ausgelegt, es will dich zum Lachen bringen und das schafft es und erzählt dir dabei trotzdem noch eine gute und lustige Story.

Lucasfilm Games legt wert auf Tierschutz
Lucasfilm Games legt wert auf Tierschutz
Kann er oder kann er nicht?
Kann er oder kann er nicht?

Sterben kann man auch....oder so....
Sterben kann man auch….oder so….
Der Coc..oh Grog-Automat

Kopierschutz mal anders

Sind wir mal ehrlich, selbst ich als Hund weiß, dass sich 1990 noch niemand Gedanken über Kopierschutz gemacht hat, oder?

Oder doch? Frauchen weiß es nicht genau, sie meint sie wäre dort erst ein paar Jahre alt gewesen, aber das Spiel hats genial gemacht.

Frauchen holte auf einmal eine Dialdisk hervor, eine große und eine kleine. Die konnte man übereinander legen, ich schaute sie mit großen Augen an und sie nur: „Tja Kleiner, so sah damals Kopierschutz aus. Gestartet wird das Spiel erst, wenn man das Rätsel hiermit löst.“ Und sie hat nicht gelogen, dass Spiel fragt dich nach einem Portrait und einer Jahreszahl und damit bekommt man eine Lösung, die einem erlaubt das Spiel zu starten.

Genial oder? Heute braucht man es wohl nicht mehr, aber Frauchen hat es der Nostalgie wegen immer gemacht, sie hat die alten Scheiben sogar noch von ihrem Vater und behält sie sauber verpackt in gutem Andenken.

Ein Bild der Scheiben gibt es nicht, aber von Melee Island
Ein Bild der Scheiben gibt es nicht, aber von Melee Island
Und weil es so schön ist, auch vom Beleidugungsfechten
Und weil es so schön ist, auch vom Beleidugungsfechten

Fazit zu The Secret of Monkey Island

Ich glaube bei den Lobpreisungen, die ich die gesamte Zeit von mir gewufft habe, ist wohl relativ deutlich, dass nur das goldene Pfötchengütesiegel bei rumkommen kann. Aber ich will euch trotzdem noch mal genauer sagen wieso: Lucasfilm Games, in diesem Fall Ron Gilbert, hat nicht nur liebevolle Charaktere geschaffen, die man alle durchweg mag oder zumindest in jedem Fall wahrnimmt, weil sie so den einen oder anderen Spruch auf den Lippen haben.

Da wäre natürlich allen voran Guybrush unser Anitheld, der liebend gerne Held und Pirat sein möchte, dabei ist er schon längst Held des Herzens geworden. LeChuck, der Geisterpirat, der einfach ein geniales Highlight ist, von seinem ganzen Erscheinen, seinen Zielen und dem Weg ihn überhaupt erst besiegen zu können.

Ron Gilbert hat noch viel mehr geschaffen, er hat im Grunde die beste spielbare Komödie erschaffen, die seines Gleichen sucht (okay das stimmt nicht ganz, Lucasfilm Games hat es allgemein drauf, aber ich hab damals von Frauchen zuerst Monkey Island gezeigt bekommen und daher hat das Spiel bei mir eh ein Stein in meinem Körbchen) und das auch das gesamte Spiel über knallhart durchzieht. Man muss sich schon fast fragen, wie dieser Humor durch das gesamte Spiel durchweg so genial gehalten wurde. Kreativer Kopf oder andere Mittel? Belassen wir es dabei, der Humor ist der Charme und wir wollen gar nicht wissen, wo der überall herkommt − wir wollen ihn doch einfach nur genießen!

Die Musik ist natürlich auch ein Highlight, gerade das Monkey Island Main Theme, aber auch das LeCuck-Theme sind hängen geblieben, wie kaum etwas Anderes in dem Game.

Einfach super, es macht die ganze Atmosphäre zu einem Highlight, obwohl das Spiel nur von Pixel zu Pixel lebt. 2009 erschien eine Special Edition, komplett überarbeitet mit einer neu gezeichneten Welt, einer englischen Sprachausgabe und neu komponierter Musik und trotz allem lieben mein Frauchen und ich es das alte The Secret of Monkey Island anzuschauen.

Wir brauch keine Zeichnung, wir brauche keine Sprachausgabe und lieben die Midi-Dateien, in der damals die Musik ausgegeben wurde. Daher ist es gut, dass man in der neuen Edition zwischen neu und alt ganz einfach switchen kann.
Daher wie bereits gesagt, dass goldene Pfötchensiegel:

goldenes Pfötchengütesiegel

 

 

 

Noch heute kommt man per PC-Code an das Spiel (zumindest die 2009 erschienene Special Edition), wenn nicht gerade auf Steam selbst, dann auch hier als Steam Code:

The Secret of Monkey Island : Special Edition [PC Code – Steam]

 

Und wenn ihr, was ich mir aber einfach gar nicht vorstellen kann, keine Lust habt es selbst zu zocken, dann verlinke ich euch hier mal ein Let’s Play.

Es ist gar nicht so einfach, eins dazu zu finden, das mich als Beagle glücklich gemacht hat. Daher gebe ich mich mit dem zufrieden, was gefunden wurde und werde das erste Mal seit Beginn meiner Reviews ein Let’s Play von Gronkh verlinken. Nichts gegen Gronkh, aber ich unterstütze eigentlich gerne die kleinen Let’s Player, war in diesem Fall nur einfach nicht möglich und der gute Gronkh weiß ja auch was er tut:

 

 

Bis dahin reicht euch die Pfote und hofft euch im nächsten Review zu sehen,
euer Beagle on Games, der Beagle der Sprechen kann

 

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