Haunting Ground

Mein Co-Star für dieses Review: Hewie
Mein Co-Star für dieses Review: Hewie

 

Auch Haunting Ground ist vor meiner Geburt entstanden und trotzdem war es für mich ein kleines bis großes Highlight. Wieso? Weil die Protagonistin von Haunting Ground einen ganz besonderen Begleiter bekommt und diesen Begleiter kann ich besser verstehen als ich jeden Menschen je verstehen könnte. Yep Leute, Fiona bekommt einen Hund als Freund und Helfer zur Seite gestellt und das ist einfach klasse, denn in Haunting Ground hat meine Rasse mal die Hauptrolle und mein Frauchen kann nichts Anderes tun als sich auf die Hilfe von uns zu verlassen, denn Fiona kann relativ wenig.

Und was macht Haunting Ground noch besonders? Es ist echter Survival Horror, eben solcher wie er früher noch Gang und Gäbe auf der Konsole war, aber heute doch recht verzweifelt gesucht wird. Jeder mit dem Wunsch echten Survival Horror à la altem Resident Evil oder Projekt Zero zu spielen für den ist Hauting Ground einfach ein Muss. Entwickelt und gepublisht wurde Haunting Ground von Capcom (gut, als Entwickler von Resident Evil, Clocktower und Dino Crisis wussten sie zumindest damals, wie echter Survival Horror aussehen musste) erschien das Spiel im April 2005 exklusiv für Playstation 2.

Haunting Ground
Haunting Ground
Fiona
Fiona

Worum geht’s in Haunting Ground

 

Um die junge 18 Jahre alte Fiona Belli, die nach einem Autounfall auf unerklärliche Weise in einem unverschlossenen Käfig wach wird. Wo steht dieser Käfig? Natürlich in einem Schloss, was sollte man auch anderes erwarten. Das klingt natürlich für den Start der Story sehr klischeehaft und der Plot besteht darin, dass Fiona einen Weg aus dem Schloss finden muss und je nach Abschnitt einen anderen Gegner hat, der sie verfolgt und ihr den Weg aus dem Schloss damit erschweren möchte.

Man erfährt im Laufe der Abschnitte auch, warum man im Schloss ist, wieso man so wichtig ist und vor allem, wieso einfach jeder an diesem Ort drauf aus ist, Fiona daran zu hindern auch nur einen Schritt vor den Ausgang zu tun. Aber die Handlung hat natürlich noch mehr zu bieten, sogar sehr viel mehr, denn Fiona kann sich nicht wehren, es musste etwas kreatives her. Also ich frag als Hund mal nicht nach, wieso eine 18 jährige sich so gar nicht wehren kann, ich habe mein Frauchen ja durchaus kennengelernt als sie 18 Jahre alt war und ich weiß, dass sie definitiv etwas mehr gekonnt hätte als in Panik zu geraten.

Aber okay, dass macht den eigentlich wirklich spannenden Storyplot erst möglich, denn Fiona findet relativ schnell in Haunting Ground einen Freund, der sie auf ihrer gesamten Flucht aus dem Schloss begleitet. Der weiße Schäferhund Hewie wird ihr Begleiter und ohne den kann Fiona kaum vier Schritte alleine gehen. Daher war das Spiel für mich als Beagle natürlich etwas ganz besonders, wann hat ein Hund mal wirklich ein ganz eigenes Spiel für sich, wo er der Held der Stunde sein darf und dazu noch ein wehrloses Mädchen rettet? Selten oder?

Noch mal Fiona, die Zwischensequenzen sind überigens echt hübsch
Noch mal Fiona, die Zwischensequenzen sind überigens echt hübsch
Erste Begegnung mit dem Gärtner
Erste Begegnung mit dem Gärtner

Gegner wechsle dich

 

Haunting Ground hat im klassischen Sinne keine wirklichen Kapitel, aber doch kann man jeden der einzelnen Abschnitte anhand des Gegners identifizieren. Taucht ein neuer Gegner auf, dann weiß man Bescheid, dass man ein ganzes Stück weiter im Spiel ist. Dabei gestalten sich die Gegner mehr oder weniger aus den Bewohnern des Hauses.

Man hat den debilen Gärtner, die seltsame Haushälterin und der Bewohner, der aussieht wie Fionas Vater, wieso er das tut soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Man schlägt sich also von Gegner zu Gegner um die Handlung zu entdecken. Besonderheit an all den Gegnern? Nun wie gesagt Fiona kann sich nicht wirklich wehren, einen einzigen Tackleangriff bekommt sie hin, zumindest wenn die Panik groß genug ist. Sonst hat sie nicht viele Möglichkeiten außer zu rennen und das macht es besonders.

Denn der echte, damals noch häufiger vorkommende, Survival Horror lebte davon, dass man sich nur in Maßen bis gar nicht vor der Bedrohung wehren konnte. Das man auch einfach mal die Flucht ergreifen und sich verstecken musste. Um das noch zu unterstützen hat Fiona eine Art Paniksicht, ist die zu hoch, ist sie kaum noch steuerbar. Also sollte man wirklich nicht auf die Idee kommen sich zu lange mit einem Gegner aufzuhalten, sondern die Pfoten in die Hand nehmen und laufen. Genau das macht mein Frauchen in Haunting Ground eigentlich immer, als Fiona darf Frauchen dann noch Hewie (sofern er hört − aber zu Hunden und aufs Frauchen horchen sag ich euch gleich noch was) das Kommando geben, dass er den Gegner ablenken soll. Mehr konnte mein Frauchen dann aber auch nicht machen, sondern nur darauf hoffen, dass der Gegner einen in seinem Versteck nicht findet. Wann die Gegner auftauchen ist übrigens Random, aber immer recht gut an der einsetzenden Musik zu erkennen.

Doch genau das ist eben Survival Horror, man weiß nicht wann und wie es soweit ist und wenn, dann kann man nur bedingt etwas machen. So muss das sein und so will ich als Hund Survival Horror sehen. Übrigens haben Frauchen und ich wirklich geschmunzelt als wir rausfanden, dass der debile Gärtner auch noch Debilitas hieß, sind wir doch mal ehrlich, wolltet ihr von einem Gegner besiegt werden der den Namen Debilitas trägt? Was sagt das aus, wenn man gegen so einen verliert, selbst als schwaches wehrloses Mädchen. Auch Humor darf beim Survival Horror manchmal nicht zu kurz kommen.

The one and only: Debilitas 😀
Die Haushälterin
Die Haushälterin

Renn um dein Rätsel

 

Ihr merkt schon in der Überschrift war ein Wortspiel, aber tatsächlich musste Frauchen noch etwas mehr machen als nur vor Gegnern wegrennen, sie musste nebenher noch Rätsel lösen, damit sie irgendwann mal mit Fiona das Schloss verlassen konnte. Ob das am Ende klappt oder nicht, tja der Beagle spoilert nicht, zumindest nicht wirklich.

Und die Rätsel könnten nicht klassischer für ein Capcomspiel ausfallen. Schiebe hier, finde dort, mach den Weg an einer Stelle klar, sonst geht es nicht weiter. Sind wir mal ehrlich, wir haben es doch geliebt damals, oder? So richtig oldschool im Resident Evil 1 bis 3 Stil hin und her rennen, dabei zwischendurch verfolgt werden und Rätsel lösen. Auch hier macht Haunting Ground einfach alles richtig, sie schmeißen einem die Lösungen nicht entgegen, überfordern einen aber auch nicht. Und ich bin ein Hund, laut Frauchen ist mein Gehirn etwas kleiner als das von Menschen. Ich möchte hier gerade einmal anmerken, dass ich für sie Reviews schreibe, so klein kann mein Gehirn also gar nicht sein.

Aber gut, es geht hier ja um Rätsel und nicht um die Diskussion, wie groß mein Gehirn und damit meine Intelligenz wirklich ist. Die Rätsel hat Capcom wie gesagt echt gut gemacht und es hat mich und mein Frauchen gefreut, dass wir hier wieder das Feeling vom Rätseln bekommen haben. Passiert heute eigentlich nicht sonderlich oft, denn alles was als Rätsel deklariert (seht ihr ihr bin doch schlau, ich kann solche Worte) wird, sind oft eigentlich keine wirklichen Rätsel.

Doch eine Sache gibt’s da schon, Frauchen ist es mehr als einmal passiert, dass sie verwirrt mit Fiona in der Gegend rumstand und nicht so genau wusste, wo sie eigentlich nun hinsollte. Die Karte war dabei auch keine große Hilfe, das ist zwar etwas schade, aber da kann man durchaus auch mal ein paar Abstriche machen, denn das gesamte Konzept ist ja sonst wirklich hunderund.

 

Renn Fiona, renn
Im Panikmodus angekommen
Im Panikmodus angekommen
Der Wille war da!
Doch die Umsetzung scheiterte
Doch die Umsetzung scheiterte

Hewie ein Hund für alle Fälle

 

Apropos auf den Hund gekommen, ja auf diese Passage habe ich mich besonders gefreut. Wie bereits gesagt hat Fiona einen Begleiter und zwar einen Hund − was fand ich das cool! Einen Hund als Beschützer und Begleiter. Ach ich bin immer noch hin und weg und Hewie sieht wirklich total toll aus für so einen Pixelhund. Aber Hewie kann noch mehr als nur schön aussehen, womit er laut meinem Frauchen auch mehr kann als ich, dazu verweigere ich die Aussage.

Fiona findet Hewie verletzt, geschunden und gefesselt nach ihrer ersten Verfolgungsjagd mit Debilitas. Da Fiona nicht gerade mit Freude in dem Schloss empfangen wurde und die Chance recht gering ist, dass sie in nächster Zeit noch Freundschaft mit den Bewohnern schließt, befreit sie Hewie aus seiner misslichen Lage. Pluspunkt an Fiona an dieser Stelle, ich habe das Heulen meines Genossen kaum ertragen, ich glaube mein Frauchen auch nicht. Als Dank begleitet Hewie uns, und damit Fiona, danach auf unserer Reise durch das Schloss und beschützt uns und Fiona.

Aber wir Hunde wären nicht Hunde, wenn wir sofort auf jeden X-beliebigen Menschen hören würden, nur weil er einmal nett zu uns war. Hewie muss wie jeder von uns erzogen werden. Dabei gibt einem Haunting Ground relativ simple Möglichkeiten. Macht Hewie was gut, dann sollte Fiona ihn besonders fein loben, hört Hewie gar nicht, dann sollte sie ihn dafür auch ausschimpfen. Und Leute das macht wirklich Sinn, ohne anständige Kommandos, wissen wir Hunde nicht einen Moment, was ihr Menschen eigentlich von uns wollt. Woher sollen wir denn wissen, dass das gerade falsch ist, wenn wir in eine völlig andere Richtung gehen wollen als ihr? Oder woher sollen wir wissen, dass wir etwas ganz tolles gemacht haben, wenn wir euch einen für uns total unnützen Gegenstand gebracht haben?

Richtig, gar nicht, denn das was ihr Menschen für logisch haltet, muss für uns noch lange nicht logisch sein. Das hat das Spiel super umgesetzt und Hewie vertraut Fiona im Laufe des Spiels auch immer mehr, je öfter sie ihn für besonders tolle Sachen lobt und streichelt. Hey ich mach es nicht anders, mein Frauchen ist auch nur dann mein Lieblingsfrauchen, wenn sie mir auf ganz besondere Weise die Ohren kruschert.

Aber Hewie kann noch mehr, Fiona kann sich in den Kämpfen entscheiden Hewie als Kampfhund zu nutzen, find ich etwas blöd, denn meistens endet es darin, dass Hewie dabei wehgetan wird. Übrigens haben einige Kritiken bemängelt, dass Hewie sich, nachdem er von einem Gegner verletzt wird, in die Nähe von Fiona flüchtet und er damit ihr Versteck preisgibt. Tja liebe Spielekritiker, seid ihr mal Hund, verletzt und auf euren Menschen angewiesen, da wäre es euch auch ziemlich egal, ob dieser sich gerade irgendwo versteckt. Außerdem verstehen wir als Hunde in dem Moment auch gar nicht, wieso ihr euch gerade unter einem Bett versteckt. Alles was wir in dem Moment möchten ist, dass wir uns unsere Wunden lecken können und unser Lieblingsmensch uns dabei fürsorglich versorgt.

Daher hat das Spiel an der Stelle nichts falsches gemacht, sondern durchaus realistisch dargestellt, was passiert, wenn ein Hund seinen Menschen braucht. Und für Hewie ist Fiona nun mal sein Mensch.

Ihr seht, der Star des Spiels, der noch dazu von meiner Rasse ist, hat ganz schön was drauf und das sogar mehr als Fiona selbst. Pfote hoch für Hewie unseren Liebling in Haunting Ground – okay, okay dann eben meinen Liebling – Frauchen guckt schon so, aber ich wette im Grunde ihres Herzens ist Hewie auch ihr Liebling.

Hundesauerrei
Hundesauerrei
Aber Fiona rettet ihn

Und als Dank rettet Hewie Fiona
Eine Freundschaft beginnt
Eine Freundschaft beginnt

Fazit zu Haunting Ground

 

Na was denkt ihr? So ganz unparteiisch bin ich natürlich nicht, das gebe ich zu und ich glaube auch nicht, dass Haunting Ground ohne Hewie funktioniert hätte. Aber hey, Hewie ist dabei, alles ist gut! Wir können hier also beruhigt das goldene Pfötchengütesiegel geben, denn von der Story, bis zur Atmosphäre und dem Gameflow stimmt einfach alles.

Wer jetzt etwas über Grafik sagt, den schlag ich mit der Pfote, denn auch die Grafik ist für 2005 echt gut. Solche Spiele braucht das Genre des Survival Horrors einfach in der heutigen Zeit wieder, dann würden die Beschwerden nicht so groß ausfallen, dass echter Survival Horror mittlerweile dabei ist auszusterben. Das ist vielleicht etwas pauschalisiert, aber im Grunde geht der Tenor doch sehr stark in diese Richtung.

Mit Resident Evil 7 hat Capcom es versucht wieder aufleben zu lassen. Der Anfang war gut, aber wie die Vergangenheit zeigt geht es auch einfach noch viel besser. Und Hauting Ground darf sich mit Spielen wie Resident Evil und Projekt Zero durchaus messen und braucht sich definitiv kein bisschen zu verstecken. Daher gebe ich in diesem Fall sehr sehr gerne das goldene Pfötchengütesiegel:

goldenes Pfötchengütesiegel

Eine Sache gibt es doch, die mich ganz furchtbar traurig macht. Ich hab euch jetzt viel vorgeschwärmt, wie toll Haunting Ground ist. Aber ich kann euch leider keinen gescheiten Vorschlag bieten, wo ihr Haunting Ground herbekommt.

Sowohl gebraucht bei Ebay als auch Amazon ist es für ein PS 2 Spiel ordentlich teuer. Eine Art Remake gibt es seitens der Playstation nicht, damit gibt es tatsächlich nur die Möglichkeit auf das Original von 2005 zurückzugreifen. Ich bin also über jeden Typ eurer Seite als Leser dankbar, schreibt es mir einfach in die Kommentare 😉

Hier würde Capcom − aber auch Sony − sich einen Gefallen tun, wenn sie das Spiel noch mal neu auflegen würden und für die aktuelle Playstation rausbringen.

Aber vielleicht habt ihr ja Glück und findet ein gutes Angebot. Wenn nicht kann ich euch nur das Lets Play von Betagott ans Hundeherz legen. Wie immer natürlich mit viel Sarkasmus und gutem Humor:

 

 

Bis dahin reicht euch die Pfote und freut sich euch im nächsten Review zu sehen,
euer Beagle on Games, der Beagle der sprechen kann.

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