Horror, Survival Horror

Resident Evil HD

Oder doch eher die niedliche Dame, mit einer Pistole?

Ich glaube wir haben unseren Survival Horror Flow erreicht und da ich den gerade nicht zerstören möchte, werde ich nun, nach The Evil Within, mal einen genauen Blick auf die Mutter aller Survival Horror Games werfen. Shinji Mikami hat mit Resident Evil 1996 einen Meilenstein der Gamegeschichte rausgebracht. Natürlich wäre es zu öde sich das Original von Resident Evil anzuschauen, wenn es doch eine absolut genial gemachte remasterte Version des Originals gibt.

Zuerst für den Gamecube erschienen, kam die remasterte Version auch nachträglich für die PS 4 raus und eröffnete meinem Frauchen die Möglichkeit, noch mal altes Feeling zu erleben, nur diesmal mit mir an ihrer Seite. Leute es war der Hammer, ehrlich. Frauchen sagte mir, dass es sich damals schon so angefühlt hat, nur das diesmal die Grafik um einiges aufgehübschter war.

Resident Evil HD Remastered erschien im Januar 2015 für PS 3, PS 4, PC und andere und basiert, wie bereits oben erwähnt, auf der 2002 erschienen Gamecubeversion. Es bot aber dennoch verbesserte Texturen, noch einmal überarbeiteten Ton, angepasste Seitenverhältnisse (16:9) und das Beste, die Entscheidung, ob man das Spiel mit einer neuen modernen Steuerung via Analogstick oder mit der alten „Panzersteuerung“ spielen möchte, die schon alleine das Drehen des Charakters zur Herausforderung macht.

Das ist eine super Entscheidung, denn so kann sich tatsächlich kein Spieler mehr beschweren, dass er nicht die Wahl gehabt hätte. Aber auch mit der neuen Steuerung bleibt das alte Feeling im Spiel enthalten, warum erklär ich euch natürlich auch noch. Entwickelt und gepublisht wurde Resident Evil wie jeder Resident Evil Teil von Capcom.

Resident Evil HD
Resident Evil HD
Der ikonische eine Zombie, der Kult wurde
Der ikonische eine Zombie, der Kult wurde

Doch worum geht’s in Resident Evil

 

Eigentlich müsste ich euch das sicherlich gar nicht mehr sagen, aber ich tu es trotzdem. Wer weiß, vielleicht gibt euch meine Hundeperspektive ja völlig neue Einblicke? Neee, eher nicht aber trotzdem sollt ihr Wissen worum es geht.

Nämlich um die Alpha Trupp der Spezialeinheit S.T.A.R.S., die sich auf eine Rettungsmission begeben um ihre Bravoeinheit nach einem Helikopterabsturz zu retten. Doch es kommt, wie es kommen muss, im Wald werden sie von Hunden – und ich meine keine wie mich, die nur auf euch zu gerannt kommen, weil sie geknuddelt werden und ein Leckerli haben wollen, sondern Hunden, die Menschen direkt als ihr Fressen betrachten – angegriffen und dem Alphateam bleibt nichts anders übrig als zu fliehen.

Und wohin? In ein altes verlassenes Herrenhaus, das im ersten Moment zwar ruhig wirkt, aber alles andere als ruhig ist. Schnell wird klar, dass die Hunde nicht das einzige Problem des Alphateams sind, sondern die dort ansässige Umberella Coporation in der Villa Forschungen betrieben haben, die niemals das Licht der Welt erblicken sollten.

Dem Alphateam bleibt auf der weiteren Suche nach dem Bravoteam keine andere Möglichkeit als sich einen Weg durch und damit aus der Villa zu suchen und kaum, dass sie das tun, beginnt ein Kampf ums nackte Überleben. Denn mittlerweile ist die Villa bevölkert von Zombies, anderen Monstern und Rätseln, die manchmal tödlicher ausfallen als die Zombies selbst.

Auch die Hunde finden im Laufe des Spiels ihren Weg in die Villa, einfach damit der Überlebenskampf noch schlimmer wird. Da die Alphaeinheit dabei noch nicht genug zu tun hat, müssen sie auch noch aufdecken, was die Umbrella Coporation dort in der Villa eigentlich getrieben hat.

Die Villa und drei berühmte Leute: Jill, Berry und Wesker
Die Villa und drei berühmte Leute: Jill, Berry und Wesker
Was ist es denn? Blut.... hoffentlich ist es nicht Chris Blut!
Was ist es denn?
Blut….
hoffentlich ist es nicht Chris Blut!

Vermutlich nicht, da sind noch genug andere unterwegs
Vermutlich nicht, da sind noch genug andere unterwegs
Es geht doch nichts über das Jill-Sandwitch!
Es geht doch nichts über das Jill-Sandwitch!

Chris Redfield oder Jill Valentine

 

Schon am Anfang des Spiels muss man sich entscheiden, mit wem man eigentlich das Spiel antreten möchte und das dient nicht nur der Optik, sondern auch dem Schwierigkeitsgrad. Während Jill Valentine ganz die Frau ist und damit anscheinend automatisch größere Taschen hat – was Frauchen? Deine Tasche wirkt auch immer wie ein Wunderland der unendlichen Weiten für mich – kann sie nicht nur zwei Sachen mehr als Chris tragen, sondern hat auch direkt einen Dietrich dabei, damit sie ohne große Mühe Schlösser knacken kann.

Ebenfalls hat sie eine Pistole, während Chris nur ein Messer besitzt. Chris ist eben der harte Mann, er braucht nur ein Messer und hat anscheinend nur seine Hosentaschen um Sachen einzupacken. Da könnte Chris sich theoretisch eine Scheibe von Jill abschneiden. Aber das wäre ja dann nicht mehr Sinn des Spiels, denn es macht wirklich enorme Unterschiede, ob Frauchen das Spiel mit Chris oder Jill spielt.

Mit Chris kommt man sehr viel schneller in die Enge, keinen Platz mehr im Inventar zu haben und die Zombies an sich ranlassen zu müssen, da er nur ein Messer zur Verfügung hat. Ersteres führt vor allem dazu, dass man Wege öfter gehen muss als mit Jill − Wege die man sich eigentlich sparen möchte, weil das gesamte Haus voller Zombies, Hunde und Monster ist.

Da hat Capcom super simpel einen Weg eingebaut den Schwierigkeitsgrad in Resident Evil darzustellen. Frauchen hat sich selbstredend für Jill entschieden, immerhin wusste sie ja schon aus dem Original was auf sie zukommen würde und da war Jill für sie definitiv die einfachere Variante gewesen.

Sind wir der harte Kerl, der nur Platz für ein Messer hat?
Sind wir der harte Kerl, der nur Platz für ein Messer hat?
Oder doch eher die niedliche Dame, mit einer Pistole?
Oder doch eher die niedliche Dame, mit einer Pistole?

 

Rätsel über Rätsel, machen Umbrellamitarbeiter das echt immer so?

 

Nun, die Rätsel sind natürlich ziemlich klasse. Das steht an dieser Stelle auch gar nicht in Frage. Was ich mich viel eher gefragt habe und ich weiß, dass Frauchen sich das auch öfter gefragt hat: Haben die Umbrellamitarbeiter echt immer all diese Schritte getan, um eine einzige Tür aufzumachen?

Sind sie wirklich immer vom einen Ende der Villa zur anderen um dort ein Rätsel zu lösen, Figuren zu verschieben oder sonst etwas zu machen, damit sie schlussendlich ihr Ziel erreichen? Wenn ja, dann kommt die nächste Frage auf, haben sie die Überstunden dafür bezahlt bekommen?

Berechtigte Frage, denn ich als Hund wäre dafür viel zu faul gewesen das alles immer so zu machen. Aber trotz allem sind es gerade die Rätsel, die Resident Evil zu einem spannenden Erlebnis machen.

Resident Evil hat nämlich noch etwas, was das Rätsel auch wirklich zu einem Rätsel macht. Frauchen musste wirklich ihr eigenes Köpfchen anstrengen und die Rätsel lösen – ich bin hier raus, Frauchen sagt mir ja immer, dass ich nicht schlau genug für sowas bin, dann darf sie Rätsel auch alleine lösen.

Viele Spiele scheinen es heute als Gameservice zu sehen, wenn die Rätsel sich quasi von alleine lösen. Resident Evil ist das schnuppe, die wollen, dass du dir dein Leckerli auch verdienst und da musste Frauchen auch schon mal länger drüber nachdenken oder wahlweise öfter mal rumprobieren.

Wobei rumprobieren bei einigen Rätseln auch so eine Sache ist, es gibt da so ein Bilderrätsel, da hat Frauchen sehr sehr schmerzhaft verdeutlicht bekommen, dass sie sich Müll zusammengedacht hat. Fand ich lustig, sie nicht, weil sie eh zu wenig Heilkräuter hat. Tja, Frauchen da hättest du eben länger drüber nachdenken müssen… oder so.

Besser zwei oder drei Mal nachdenken als einfach einen Knopf zu drücken
Besser zwei oder drei Mal nachdenken als einfach einen Knopf zu drücken
Ein Rätsel ist es nicht, aber Backtracking wird hier groß geschrieben!
Ein Rätsel ist es nicht, aber Backtracking wird hier groß geschrieben!

Haushalten oder sterben

 

Noch etwas, was in den heutigen Spielen absolut kein Problem darstellt. Das Inventar, also unsere optisch dargestellte Tasche im Spiel. Heute kann anscheinend so gut wie jeder Protagonist eines Games den unaufspürbaren Dehnzauber aus Harry Potter, denn anders kann ich mir einfach nicht erklären, wo sie all das Zeug lassen, das sie einsammeln.

In Resident Evil ist haushalten das A und O. Nicht nur für seine Ressourcen, die an vielen Stellen wirklich knapp ausfallen können, wenn man sich allzu dämlich anstellt – nicht das Frauchen das getan hätte, im Gegensatz zu The Evil Within war sie hier um einiges besser im haushalten der Ressourcen, trotzdem wurde es an manchen Stellen knapp – sondern auch durch den begrenzten Platz, den man in seinem Inventar hat.

Da muss man schon mal drei Mal darüber nachdenken was man aus der Kiste – dort wo alles Platz findet, was nicht ins Inventar passt, sie stehen in den Saferooms – mitnimmt oder da lässt. Frauchen hat teilweise viel Zeit in den Saferooms verbracht um darüber nachzudenken, was sie wie und wann und vor allem wohin mitnimmt. Mischt sie dieses Kraut zusammen, belässt sie das andere Kraut in der Kiste, braucht sie gerade unbedingt diesen einen Schlüssel oder kann der noch warten? Fragen, die man sich wirklich stellen muss, denn der Platz ist begrenzt vor allem bei Gegenständen, die gleich zwei der wertvollen acht – bei Chris sind es sogar nur sechs – Plätze belegen.

Das ist eine eigene Form des Horrors, der das Spiel noch mal schwerer macht und das ist auch gut so, sowas gehört einfach in ein anständiges Survival Horror Game mit rein. Ich möchte auch nur einen Menschen sehen, der völlig aus dem Kontext gerissen während einer Katastrophe all meine Leckerlis, meine Leine und mein Körbchen dabei hat und am besten noch nen Trinknapf für unterwegs, das ist doch total unrealistisch und will auch gar nicht in Survival Games gesehen werden.

Willkommen beim taktischen Tasche packen!
Am bestem immer im Saferoom
Am bestem immer im Saferoom

Der Horror vor dem Unbekannten und Bekannten

 

Natürlich ist nicht nur das Inventar der Horror des Games, es ist auch die Angst vor dem, was in der Villa lauert. Das hungrige Stöhnen dort, das Knirschen da, das Ächzen an der nächsten Ecke von dem Frauchen nie wissen konnte, ob es nur die Villa ist oder doch ein Gegner.

Resident Evil bedient sich der starren Kamera, die auf den Rücken gerichtet ist. Kamera drehen? Vergiss es, im realen Leben hast du ja auch keine 360-Grad Sicht auf alles. Und das macht es aus. Die Angst vor dem was vor einem ist, weil man nicht um Ecken gucken kann, aber auch die Angst vor dem hinter einem liegenden, machen das Spiel zu einer Zerreißprobe.

Die gesamte Atmosphäre ist einfach ein Horrorspektakel, das sich selbst vor dem besten Horrorfilm nicht verstecken braucht. In einem war sich Frauchen übrigens einig – jo plural, sie redet beim Zocken schließlich mit sich selbst, ich kann nicht antworten, also hmm – sowohl im Original als auch in der Neuauflage ist die Atmosphäre absolut gelungen und unantastbar.

Shinji Mikami ist einfach ein Profi und spielt den Horror wie ein Meister auf seinem Klavier. Ich hab‘s geliebt, Frauchen hat‘s gehasst. Oh war es wunderschön Frauchen dabei zuzusehen, wie sie mal eben in der Hektik versucht hat sich taktisch zu überlegen, wo sie als nächstes hingeht, weil vor ihr das Unbekannte war und hinter ihr ein paar Zombies. Pro-Tipp: Hektik und Taktik sind zwei Wörter, die sich hin und wieder echt beißen können, das hat mir doch einige Lacher beschert, weil Frauchen dezent in die Arme des Zombies gerannt ist, weil der direkte Weg dann anscheinend für sie der taktisch klügste Weg war.

 

Wenn Taktik zur Hektik wird
Wenn Taktik zur Hektik wird
Man sieht das Glitzern des Steins, aber da ist ein Zombie...und nu?
Man sieht das Glitzern des Steins, aber da ist ein Zombie…und nu?

 

 

 

 

 

 

 

Aber keine Sorge, jeder der Resident Evil kennt, weiß, dass das Spiel auch Ruheräume hat. Die sogenannten Saferooms sind auch wirklich Safe, dort kann kein Monster oder Zombie hin. Untermalt werden diese Räume durch eine beruhigende Musik und die Möglichkeit an einer Schreibmaschine zu speichern. Noch so ein geniales Detail. Ehrlich, Jill schreibt ihre Daten auf und hat damit gespeichert − verbraucht dafür dann aber eben ganz schreibmaschinenmäßig ein Farbband. Speichern ist also ein weiterer Faktor, der den Horror ansteigen lässt. Nur eben eine andere Form von Horror, nämlich die Form, dass man bei zu viel Bockmist und vertane Fehler wieder dort anfangen muss, wo man als letztes gespeichert hat.

Zu oft speichern ist nicht drin, zu wenig speichern dumm, noch etwas wo man also gut haushalten muss. Etwas was man übrigens verlernt, wenn man Autosavepunkte gewöhnt ist. Frauchen musste es leidlich feststellen als sie draufging und dann ernsthaft darüber nachdenken musste, wann sie das letzte Mal eigentlich gespeichert hatte.

Auch die Bosskämpfe sind super gemacht, auch wenn man bei vielen Sachen gar nicht so genau sagen kann, ob sie Bosskämpfe sind oder nicht, denn im Endeffekt kann jeder normale Zombie genauso tödlich sein, wie jeder Bosskampf, wenn Frauchen nicht richtig aufpasst. Das macht‘s auch so grandios.

Du darfst schon speichern, aber nicht unbegrenzt oft!
Du darfst schon speichern, aber nicht unbegrenzt oft!
Resident Evil hatte schon eine Schlange vor Harry Potter und der Kammer des Schreckens :D
Resident Evil hatte schon eine Schlange vor Harry Potter und der Kammer des Schreckens 😀

Nur war die viel tötlicher!
Nur war die viel tötlicher!
Aber er kann genauso tötlich sein!
Aber er kann genauso tötlich sein!

Fazit zu Resident Evil HD Remastered

 

Muss ich ernsthaft sagen welches Pfötchengütesiegel hier angebracht ist? Ja? Okay, ich werde es euch kurz zusammenfassen. Wir reden hier von Resident Evil, der Mutter aller Survival Horror Games. Jedes weitere Game, das sich danach so nannte und sei es sogar besser gewesen als Resident Evil – was nicht oft vorgekommen ist, aber doch da war – beruhte auf der Idee des Spielprinzips von Resident Evil.

Das Spiel macht einfach in punkto Horror alles richtig. Von der Musik über die Atmosphäre bis hin zum ganzen Spielprinzip, lebt Resident Evil jeden Moment sein Genre aus. Daran hat sich auch in der Neuauflage nichts geändert, im Gegenteil, die mittlerweile sehr sehr hübsch aufgepeppte Grafik sorgt dafür, dass der Horror nun auch grafisch mithalten kann.

Keine seltsamen pixeligen Blutflecken mehr sondern echt aussehende Blutlachen, Zombies die gut zu erkennen sind und die Villa die theoretisch traumhaft schön gestaltet wurde, wenn sie nicht überfüllt mit Zombies, Monstern und Hunden wäre. Wer von sich behauptet, dass er Horrorgames liebt und Resident Evil noch nie angerührt hat, der hat definitiv was verpasst und muss zumindest die ersten vier Spiele glassklar nachholen. Aber für den Anfang würde das erste Resident Evil Game ausreichen 😉

Daher gibt’s von mir für die Mutter aller Survival Horror Games das goldene Pfötchengütesiegel:

goldenes Pfötchengütesiegel

Ihr seid wie bei The Evil Within kleine Angsthunde und wollt noch immer kein Horrorgame anrühren? Kein Ding, Betagott hat natürlich auch Resident Evil gespielt und das nicht nur in der HD Version, sondern auch im Original, ihr dürft sogar selbst entscheiden, welches Game ihr sehen wollt:

Die HD Version:

 

 

Das Original in Uncut:

 

 

Ihr wollt es doch selbst zocken? Nun da habt ihr diesmal nur die digitale Möglichkeit, denn gerade die HD Version gibt es nur digital und auch an das Original PS 1 Resident Evil kommt man nur schwerlich noch dran.

Frauchen hatte ja Glück und hat es in einem ganz ollen An- und Verkaufsladen bekommen.
Ihr wisst mehr als ich? Wollt ihr mir sagen, woher ihr so eure Resident Evil Games habt?

Dann bin ich offen für alle Tipps, die ich hier einpflegen kann 🙂

Bis dahin reicht euch die Pfote und freut sich euch im nächsten Review zu lesen,
euer Beagle on Games, der Beagle der sprechen kann

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