Action-Adventure, Hack and Slay

Bayonetta

Titelbild 2

Der liebe Mettbaron hat sich ein Review zu Bayonetta gewünscht und was sich der Let’s Player im BeagleTalk wünscht, wird auch gemacht. Wie schon bei Alan Wake hatten mein Frauchen und ich zuvor noch nie von Bayonetta gehört und unser erster Eindruck war auch eher: Was ein Trash ist das bitte?

Doch wir sollten noch überrascht werden. Denn genau der Trash ist es, der Bayonetta zu einem absoluten Highlight macht und einen mehr als einmal zum Schmunzeln bringt. Was Bayonetta noch so alles kann, verrate ich euch in diesem Review.

Bayonetta wurde von Platinum Games entwickelt und diverse Male von Sega oder Nintendo gepublisht. Ja ihr lest richtig, diverse Male. Das erste Mal erschien Bayonetta für PS 3, PC und Xbox Januar 2010 und wurde dann von Nintendo Oktober 2014 im Zuge von Bayonetta 2 auch für die Wii U veröffentlicht.

Danach herrschte lange Stille im Bereich Bayonetta und relativ überraschend gab Nintendo bekannt, dass dank der Ankündigung für Bayonetta 3 als Exklusivtitel für die Nintendo Switch sowohl Bayonetta als auch Bayonetta 2 im Februar 2018 noch einmal für die Nintendo Switch rausgebracht wurden.

Dies war auch die Gunst der Stunde, die Frauchen direkt mal nutzte, um ihre neue Nintendo Switch einzuweihen.

Bayonetta Titelbildschirm
Bayonetta Titelbildschirm
Und das ist die auserwählte Dame.
Und das ist die auserwählte Dame.

Doch worum geht es in Bayonetta?

 

Um die 500 Jahre alte Hexe Bayonetta. Eigentlich könnte ich hier aufhören, denn das trifft den Kern von Bayonetta schon recht gut, allerdings gibt es dann doch etwas mehr Handlung als die recht sexy gestaltete Bayonetta selbst.

Die wurde zu Beginn des Spiels vor 20 Jahren auf dem Grund des Meeres in einem Sarg gefunden und ist ohne Erinnerung an das, was vorher war, erwacht. Alles was die gute Bayonetta weiß ist, dass sie von den himmlischen Heerscharen verfolgt wird, eine mysteriöse blonde Dame, die ebenfalls eine Hexe ist, reges Interesse an ihr hat und ein Möchtegern Womenizer namens Luka anscheinend einen persönlichen Hass gegen Bayonetta schiebt.

Und mit all dem Gepäck macht sich Bayonetta auf die Suche nach ihrer Erinnerung und findet, wie es üblich ist in jedem Spiel, weit mehr als sie finden wollte.

Kampf gegen himmlischen Gesandten.
Kampf gegen himmlischen Gesandten.
Und gegen unsere Verfolgerin.
Und gegen unsere Verfolgerin.

Sexy, sexy Hexe: Wir nennen dich Bayonetta!

 

Die Kurven der Frau sind mindestens so scharf wie ihr Kampfstil. Man merkt gerade an der lieben Bayonetta, dass das Spiel von Japanern gemacht wurde. An vielen Stellen wirkt die gute Dame einfach zu viel des Guten und doch macht es genau das aus, denn es gibt hier und dort einige sehr humorvolle Stellen, die mit den gut bestückten Kurven der lieben Bayonetta spielen.

Denn es lässt sich einfach nicht anders sagen, dass es total absurd ist, wenn Bayonetta einen Doppelgänger von sich damit entlarvt, dass sie die erotischeren Moves drauf hat als ihr Doppelgänger. Alles was Frauchen und ich uns dabei dachten war: Kann man mal machen, wieso nicht.

Und was kann Bayonetta noch außer gut aussehen und hier und da bei einem Zauber halb nackt sein? Töten!
Und das auf extrem kreative Art und Weise. Da sie eine Hexe ist, kann sie eigentlich alles. Selbst MacGyver, Leon S. Kennedy, Sebastian Castellanos und Aloy können sich bei Bayonetta noch mal anschauen, was alles möglich sein kann, wenn man als Entwickler auf absolut jegliche Form von Realismus verzichtet.

Stört es? Nein, denn wenn Bayonetta sich selbst ernst nehmen würde und nicht mit dieser absolut übertriebenen Art um die Ecke käme, dann würde das Spiel viele Federn büßen müssen. Es gibt so viele Stellen, wo Frauchen und ich uns dachten: Echt jetzt? Wirklich Bayonetta? Und selbst Luka merkt irgendwann an: „Du verarscht mich doch, wie kannst du das alles nur ständig überleben?“ und genau das zeigt Frauchen und mir, dass das Spiel sich eigentlich nicht wirklich allzu ernst nimmt und lieber viel Wert darauf legt, es so spektakulär zu gestalten wie es nur ging und das haben sie mit dem Charakter um Bayonetta auch geschafft.

Es macht wirklich Laune, sich ihre absolut zynischen Sprüche, ihrem Kampfstil, ihrer Art anzuschauen. Ach, einfach alles an Bayonetta ist so herrliche abgehoben. Wir konnten nicht genug von der nicht ganz so lieben Hexe von nebenan bekommen.

Ja, das ging sogar soweit, dass wir gleich mitgefiebert haben, ob Bayonetta ihren Lolli retten kann, den sie in einer der Kämpfe einmal verlor. Ich weiß ein Lolli, aber ich sag ja, Bayonetta setzt an vielen Stellen eigene Maßstäbe und das macht es wirklich humorvoll.

Hübsche Hexe, bleibt hübsch.
Hübsche Hexe, bleibt hübsch.
Ich bin die Echte, weil schau mich doch bitte mal an!
Ich bin die Echte, weil schau mich doch bitte mal an!

 

Und wogegen hacked und slayed Bayonetta so?

 

Auch hier sind die Entwickler sehr kreativ geworden. Im Grunde gibt es nichts, was es nicht im Himmel gibt. Angefangen von wirklich abstoßend hässlichen Engeln, über größere Gegner, die glanzvolle Namen haben wie „Holy and Glory“ oder „Justicia“ haben und wie üblich in einem Hack and Slay Spiel gibt’s bei Bayonetta einen Haufen solcher Gegner zu töten.

Die Kämpfe machen die meiste Zeit wirklich richtig viel Laune, denn wenn man trifft und eine extra schöne Combo dabei schafft, wird man optisch sofort dafür belohnt. Man fühlt sich an vielen Stellen wirklich sehr episch mächtig, wenn man die Engel in Fetzen reißt oder sie mittels aufgeladenen Angriff in eine eiserne Jungfrau packt oder mit einem Grabstein erschlägt.

Das Manko bei extrem vielen Gegnern? Man verliert doch recht schnell den Überblick und eigentlich möchte man sehr gerne gut platzierte Combos setzen, aber im Eifer des Gefechts ist man damit beschäftigt, eher wildes Buttonmasching zu betreiben, welche Combos am Ende dabei rauskommen, wird dann zweitrangig.

Das Gleiche gilt auch für das Ausweichen. Weicht man gekonnt einem Gegner aus, wird man theoretisch mit der „Hexenzeit“ belohnt. Die Gegner sind quasi in der Zeit gefroren und Bayonetta hat einige wertvolle Sekunden, um ohne Hemmung auf Verluste auf die Gegner einzuprügeln. Ich sag bewusst theoretisch, denn oft ist es mir und meinem Frauchen ein Rätsel geblieben, wann die Hexenzeit einsetzt und wann nicht und generell wurde das Ausweichen, je weiter man in dem Spiel kam, zu einer Kür.

Übertroffen wird das Ganze nur bei den wirklich groß geratenen Bossen. Ehrlich, wenn man glaubt es geht nicht größer, dann kommt ein Kardinal der Tugend daher und zeigt einem, dass Bayonetta absolut egal ist, ob sie gegen kleine Gegner kämpft oder gegen drei Hochhäuser große Bosse. Aber wie heißt es doch so schön? Je größer sie sind, umso größer der Fall. Und wenn man so einen Boss gelegt hat, dann fühlt man sich echt episch und wird auch meist mit einer epischen Zwischensequenz belohnt.

Sie hackt und slayed gegen alles was aus dem Himmel kommt.
Sie hackt und slayed gegen alles was aus dem Himmel kommt.
Die hübsch anzusehende Hexenzeit.
Die hübsch anzusehende Hexenzeit.

Bayonetta lebt von seinem Trashhumor

 

Wie weiter oben schon angesprochen, lebt Bayonetta wirklich einzig und alleine davon, dass der Humor so ein absoluter Trash ist, dass es das Spiel zu einem Highlight macht. Es gab so viele Zwischensequenzen, wo wir einfach nur lachen mussten.

Die absolut trashigen Dialoge wurden nur noch mit dem noch trashigeren Klischees übertroffen und es passt absolut zu dem nicht vorhandenen Realismus, der es Bayonetta möglich macht einfach alles zu können. Und es zieht sich durch wirklich alles.

Sei es unser Händler unseres Vertrauens in der Hölle, bei dem wir uns jederzeit mit Waffen, Gegenständen oder auch neuen Moves eindecken können oder den irrwitzigen Dialogen, die Bayonetta mit ihren Gegnern hat.

Allgemein sind es die vielen unterschiedlichen und doch klischeehaften Charaktere, die Bayonetta – sowohl als Person, als auch als Spiel – den wirklich wichtigen Pep geben. Es sei hier nur auf ein kleines Mädchen verwiesen, das Bayonetta im Laufe des Spiels findet, der Beagle spoilert nicht, aber die Kleine hat doch ordentlich für Lacher gesorgt.

Deswegen haben wir es geliebt und das Spiel wäre sicherlich zu irgendeinem Hack and Slay Spiel verkommen, wenn es nicht diese unglaublich witzigen Zwischensequenzen und Dialoge gegeben hätte.

Macht die Story am Ende Sinn oder hat sie eine wichtige Bedeutung? Also Sinn macht sie schon, eine Bedeutung hat sie nicht. Stört es auf der Suche nach der Wahrheit? Absolut gar nicht, die Story ist einfach nur das Gerüst, damit man den vollen Humor und die vielen Kämpfe in Bayonetta erleben kann.

Natürlich heißt es nicht, dass sich die Entwickler dabei nichts gedacht haben. Sie haben sich sogar sehr viel Gedanken gemacht, was man schon anhand der Goodies sieht, die man einsammeln kann.

Bayonetta kann immer mal wieder Bücher finden und auch jeder Gegner bekommt quasi seinen eigenen Lexikoneintrag. Es soll dem Spiel mehr Tiefe geben und wenn man Lust hat, kann man sich relativ lange in die Hintergrundstory von Bayonetta einlesen.

Der Trash ist überall, sogar mit Kind.
Der Trash ist überall, sogar mit Kind.
Aber doch besonders mit Luka.
Aber doch besonders mit Luka.

Über Dinge, die Bayonetta sich hätte sparen können

 

Es gab vieles, was uns in Bayonetta Spaß gemacht hat. Die Kämpfe haben Spaß gemacht, die kleinen Jump’n’Run Einlagen, waren stellenweise zwar seltsam, haben den Spielspaß aber zu keinem Zeitpunkt gestört.

Sofern man denn den Überblick hatte, was man gerade eigentlich tun muss.

Gerade gegen Ende kommt es immer öfter vor, dass man vor einer Situation steht und gar nicht erst weiß, was man machen soll. Das sowohl ohne aber die meiste Zeit auch mit Zeitdruck.

Das Stichwort Quicktimeevents, die sind in Bayonetta leider nicht so gelungen, wie man sich das erhoffen könnte. Das Spiel ist darauf ausgelegt chaotisch zu sein, das ist okay. Aber chaotisch und spontan ein Quicktimeevent?

Das geht leider die meiste Zeit schief, wenn man nicht gerade vorher weiß, was auf einen zukommt. Und selbst dann scheint es manchmal random zu sein, ob man das Quicktimeevent schafft oder nicht.

Leider ist das nicht alles, was Frauchen den Spielspaß getrübt hat. Wir wissen nicht, was sich die Entwickler so gedacht haben, aber in einigen Leveln hatten wir schon das Gefühl, dass es in etwas so lief: „Irgendwie fehlt uns noch was Absurdes, weil es ist noch nicht absurd genug. Genau, wir bauen ein Motorrad ein und noch besser lassen wir Bayonetta doch in einem Level auf einer Rakete fliegen.“

Joa, kann man machen und damit den gesamten Spielspaß zerstören.

Das waren zwei Level, die Frauchen danach nie wieder machen wollte. Ich bin sogar zwischenzeitlich einfach gegangen, weil Frauchen in den Aggressionsmodus gewechselt ist, weil sie einige doch sehr unnötige Tode hatte.

Das Ganze wurde dann am Ende von einem Plattformlevel übertrumpft, wo Frauchen absolut nicht gecheckt hat, was das Spiel von ihr möchte. Also wirklich so gar nicht und sie konnte sich dank des Kamerawinkels auch nicht umsehen oder so, sondern war von der Kamera her auf Bayonetta fixiert.

Dinge, die Bayonetta nicht gebraucht hätte.
Dinge, die Bayonetta nicht gebraucht hätte.
Auch wenn es denn mal cool aussehen kann.
Auch wenn es denn mal cool aussehen kann.

 

 

 

 

 

 

Ich denke – und ich habe Frauchen eine Weile zugesehen, bevor ich mich ins Körbchen verflüchtigt habe, weil die Aggression wieder kam – wenn Frauchen einfach die Möglichkeit gehabt hätte, sich anständig umzuschauen, dann wäre ihr auch sofort klar gewesen, was sie hätte machen müssen. So konnte sie nur raten und testen und ist dabei pi mal Daumen viel zu oft gestorben.

Was vor allem deswegen ärgerlich ist, weil die Bewertung wirklich gnadenlos am Ende eines jeden Kapitels ist. Alles wird bestraft und schwupp hat man schnell mal die schlechteste Bewertung mit dem Kommentar: Looser. Gerade auf normal hat Frauchen eigentlich durchweg Gerade einmal Bronze, aber meist nur Stein bekommen. In aller Regel dadurch, dass sie zu viele Tode drin hatte und nicht mal, weil sie zu schlecht gespielt hat.

Oft hatte sie gerade bei den Combos in der Wertung etwas zwischen Platin und Silber, dafür dann aber bei Zeit – aus Gründen die wir nie durchschaut bekommen haben – Stein, was natürlich die gesamte Wertung runterzieht.

Dazu kommt noch, dass eigentlich jede Tod sofort zu einer Steintrophäe führt und man muss nicht zwangsläufig wirklich gestorben sein um sich einen Tod in der Wertung zu kassieren. Es reicht auch schon aus ganz einfach Items zu benutzen, jedes Item wird mit einem viertel Tod bestraft. Bei genug Items hat man schon mal recht schnell einen Tod in der Wertung, obwohl man nicht gestorben ist. Irgendwie unfair, wenn Bayonetta einem schon zur verfügung stellt, das man Items nutzen darf und sollte.

Ärgerlich und unnötig, vor allem, wenn man gerne alles von Platin bis Bronze als Trophäe am Ende eines jeden Kapitels sehen möchte.

Oft kann sowas beim failen direkt den Tod bedeuten...
Oft kann sowas beim failen direkt den Tod bedeuten…
Looser bleibt Looser, wenn man sich Bayonettas Energieleiste ansieht.
Looser bleibt Looser, wenn man sich Bayonettas Energieleiste ansieht.

Fazit zu Bayonetta

 

Hack and Slay vom Feinsten. Anders kann man es nicht sagen und das macht es neben dem Trash Deluxe auch wirklich spielenswert. Ich sag es direkt dazu, man muss es mögen, wenn man auf Hack and Slay und Trashhumor steht, dann ist es definitiv eine Gamingperle, die man dank der Neuauflage für Nintendo Switch zurzeit auch für eine aktuelle Konsole bekommt.

Auch der Soundtrack ist während der Kämpfe gelungen. Besonders gut haben mir und Frauchen der Remix „Flying to the Moon“ von Frank Sinatra gefallen, das stets beginnt, wenn man kleinere Nebenkämpfe macht. Getoppt wird das Ganze dann durch die epische Musik bei jedem Bosskampf, wo die Macher sicherlich nicht dran gespart haben, Musik der guten Art zu komponieren.

Kommen wir dazu, warum es doch nur ein silbernes Pfötchengütesiegel bekommt. Genau wegen den Dingen, die wir einfach nicht gebraucht hätten und vor allem für die harte Bewertung nach einem jeden Kapitel. Da jeder Tod  fast schon automatisch zur Steintrophäe und dem schönen Kommentar: Looser führt, ist das relativ demotivierend. Das kann es irgendwie nicht sein.

Dafür gibt es von mir einen dicken Abzug. Klar, man kann es auf leicht spielen, aber Frauchen ist kein Fan davon. Wir sind der Ansicht, dass normal halt auch normal sein sollte.

Daher für Bayonetta das silberne Pfötchengütesiegel:

Ihr erinnert euch an die Zeit von Devil May Cry und Alice Madness Returns zurück, wollt noch mal so richtig Hack and Slay zocken und es genießen, Gegner mit den irrsinnigsten Combos so richtig in Fetzen zu schlachten?
Absolut kein Problem!
Für alle mit einer Nintendo Switch bekommt ihr sowohl Bayonetta als auch Bayonetta 2 im Doppelpack für einen angenehmen Preis zu kaufen.

Für die Nostalgiker unter euch, die doch lieber wieder ihre PS 3 auspacken wollen, schaut einmal im PS Store oder auf Amazon vorbei.

Nix für euch? Ihr wollt lieber erst Mal reinschauen oder jemand anderen dabei zusehen, wie er dieses teils doch bockschwere Spiel auf normal zockt?
Der Mettbaron hat sich Bayonetta nicht grundlos gewünscht, denn er hat es selbst als Let’s Play gemacht, schaut mal vorbei:

 

 

Bis dahin reicht euch die Pfote und liest euch im nächsten Review,

Euer Beagle on Games, der Beagle der sprechen kann.

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