Action-Adventure, Adventure, Open-World, Shooter

Tomb Raider 2013

Es wurde groß angekündigt. Da Tomb Raider Underworld nicht wie erhofft war und vom Glanze des von Naughty Dog erschienen Uncharted überschattet wurde, mussten die Entwickler etwas Neues aus dem Ärmel schütteln.

Voila, es wurde ein Reboot der Reihe angekündigt. Weg mit der Lara Croft mit ihrem zu großen Busen, ihrem Tanktop und den Shorts. Weg mit dem Butler, weg mit dem Anwesen, weg mit einfach allem und vor allem weg mit der alten Story um Lara Crofts Vergangenheit. Das ist nun alles Geschichte und wird mit dem Reboot neu erzählt.

Da ist mein Frauchen ja direkt misstrauisch geworden, aber dennoch hat sie sich wahnsinnig darauf gefreut. Immerhin ist es ein Tomb Raider. Sie liebt Tomb Raider. Wie viele Stunden sie als Kind an den Teilen von 1996 bis 2003 und dann als Teenager an den Teilen von 2006 bis 2009 verbracht hat. Selbst Angel of Darkness konnte sie nicht wirklich böse sein, auch wenn es eine traurige Stunde für alle Tomb Raider Fans war.

Daher war klar, dass sie sich Tomb Raider 2013 sofort kaufen würde. Mal sehen, ob das Ganze sich am Ende als Perle wie die restlichen Tomb Raider Spiele etablieren kann.

Wie schon die Spiele seit Tomb Raider Legend wurde Tomb Raider 2013 von Crystal Dynamics entwickelt, aber diesmal nicht von Eidos Interactive, sondern von Square Enix gepublisht. Erschienen ist Tomb Raider 2013, zugegeben dem Titel nach nicht ganz überraschend, im März 2013.

Das neue Tomb Raider
Das neue Tomb Raider
Wirkt nicht gerade nach einer Grabräuberin
Wirkt nicht gerade nach einer Grabräuberin

Worum geht’s in Tomb Raider 2013

 

Um eine Lara Anfang 20, die noch weit entfernt von der Grabräuberin ist, die sie einmal werden wird. Zusammen mit der Gruppe um das Schiff Endurance suchen sie im Teufelsdreieck nach der verschollenen Insel Yamatai, um dort den Geheimnissen rund um der Sonnenkönigin Himiko auf die Spur zu kommen.

Natürlich finden sie die Insel auch, erleiden dabei aber Schiffbruch und alle Crewmitglieder werden auseinandergerissen und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, wird Lara direkt am Strand von Yamatai niedergeschlagen. Es geht noch schlimmer, als sie wach wird, hängt sie kopfüber in einer Höhle und vermutlich ist die Chance groß, dass sie dort als Menschenopfer herhalten soll.

Aus der Höhle entkommen, stolpert die arme Lara direkt in die nächste Katastrophe, als sich herausstellt, dass die Insel von einer irren Sekte bevölkert ist, die fest davon überzeugt ist, dass ihre beste Freundin Sam die Möglichkeit schlechthin ist, die Sonnenkönigin Himiko wiederzuerwecken. Lara glaubt nicht an das Übernatürliche, wird aber im Laufe des Spiels immer mehr in genau das hineingezogen.

Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, um Sam zu retten und eine Möglichkeit von der Insel zu finden und das alles, während die Insel von der absolut fanatischen Sekte um Mathias patrouilliert wird.

Wir haben ein Videotagebuch und wissen genau wohin wir wollen
Wir haben ein Videotagebuch und wissen genau wohin wir wollen
Warum trauen Sam und Lara noch mal einem Fremden auf einer eigentlich verlassenen Insel?
Warum trauen Sam und Lara noch mal einem Fremden auf einer eigentlich verlassenen Insel?

 

Die neue Lara Croft

 

Die neue Lara Croft hat eigentlich absolut überhaupt nichts mehr mit der alten Lara Croft zu tun. Ein wenig sehr wehmütig waren wir da schon. Aber wir wollten nicht voreingenommen sein, immerhin ist es ein Reboot und wir wussten, dass jetzt alles neu sein würde, also auch Lara Croft. Sie ist einfach ein normales Mädchen, eine Studentin, die beweisen möchte, dass sie mit ihren Nachforschungen rund um Yamatai und Himiko recht hat.

Eigentlich ein sympathisches Mädchen und Frauchen und ich konnte uns durchaus vorstellen, dass Lara als Studentin so gewesen sein könnte. Zumal wir am Anfang des Spiels ja auch noch nicht wussten, was Lara so erleben würde. Jeder Mensch wird geprägt von den Dingen, die er erlebt und mit machen muss und da die alte Lara Croft eiskalt und gnadenlos war, haben wir erwartet, dass sich die Entwickler schon eine Story rund um diese Charakterentwicklung ausdenken würden. Gleiches gilt für Laras Humor, der jetzt noch nicht vorhanden ist, sowie die fehlenden Titel um eine Koryphäe auf ihrem Gebiet zu sein. Sie ist eine Studentin, das kommt alles noch. Hofften wir am Anfang noch.

Die Lara ist schön!
Die Lara ist schön!
Nein ehrlich, sie ist wirklich schön. Punkt an die Entwickler!
Nein, ehrlich, sie ist wirklich schön. Punkt an die Entwickler!

 

 

 

 

 

 

Lebenswillen hat die gute neue Lara Croft. Sie befreit sich aus der Höhle wie ein Profi, beißt die Zähne zusammen und macht ihr Ding, selbst dann, als sie durch die Bauchseite von einem Stück Metall/Holz (wir sind uns nicht so sicher) durchbohrt wird und sie nichts anders tun kann, als es rauszuziehen und weiterzumachen. Auch hier sind wir noch nicht misstrauisch geworden, schließlich ist der Mensch unter Angst und Adrenalin zu schier unmenschlichen Dingen fähig. Außerhalb der Höhle hält sich Lara noch eine ganze Zeit lang die Seite, hat hier und da ein schmerzverzerrtes Gesicht (übrigens grafisch echt gut dargestellt) und tut sich schwer damit, zu klettern oder überhaupt etwas zu tun. Sie leidet Hunger, sie hat Durst und ihr ist kalt. Absolut realistisch und auch hier haben die Entwickler es am Anfang wunderbar geschafft zu zeigen, dass Lara einfach nicht mehr als ein gerade erwachsen gewordenes Mädchen ist. Sie muss ihr erstes Reh töten und es fiel nicht nur uns schwer, sondern auch Lara. Super gemacht. Dann kam der Absturz.

Und wir retten uns....
Und wir retten uns….
Immer weiter und weiter...
Immer weiter und weiter…

 

 

 

 

 

 

Kaum dass Lara dann Sam wiederfindet, scheint die Wunde an der Seite vergessen zu sein, viel schlimmer, da sitzt ein fremder Typ bei Sam und keiner der Mädchen wird misstrauisch. Ja Lara, wer hat als Kind beigebracht bekommen, nichts von Fremden zu nehmen? Du anscheinend nicht. Dass Lara danach alleine umzingelt von Wölfen im Lager aufwacht – es tut mir leid Lara aber – das ist verdient. Auch nach der ganzen “Sam ist verschwunden und wir müssen von der Insel runter” Sache, scheint die Wunde an der Seite vergessen zu sein. Lara macht ihren Weg und läuft prompt in die irre Sekte rein. Auch hier ist das Tomb Raider 2013 eigentlich noch konsequent.

Lara will keine Menschen töten, aber sie muss es tun, wenn sie überleben möchte. Das macht Sinn und ist nachvollziehbar.

Dann hört die Konsequenz auf. Ganze 20 Sekunden leidet Lara darunter, dass sie gerade einen Menschen getötet hat und nimmt danach seine Waffe und ab dann ist Menschen töten absolut kein Problem mehr. Wenn der Erste erst mal getötet wurde, dann sind die restlichen ca. 400 Menschen, denen wir noch so begegnen sollen, auch kein Problem. Es geht ja ums Überleben und so, da kann man auch schon mal ignorieren, dass man liveaction Moorhuhn spielt und dabei in etwa so viel empfindet wie eine programmierte Maschine, wobei selbst die wohl mehr empfindet als Lara.

Sie leidet, sie hat einen Hirsch getötet....arme Lara
Sie leidet, sie hat einen Hirsch getötet….arme Lara
Noch ist sie geschockt darüber einen Menschen getötet zu haben...
Noch ist sie geschockt darüber einen Menschen getötet zu haben…

 

 

 

 

 

 

Ja, es gibt sogar eine Stelle, wo sie wie eine Irrsinnige losrennt und nur ruft „Rennt ihr Schweine, ich bring euch alle um.“ Ich würde sagen, der Psycho wurde geboren. Erinnert ihr euch noch an die Wunde von Lara, die mit einem Mal nicht mehr weh tat? Storytechnisch wurde sie noch mal gebraucht und zack tat sie wieder so sehr weh, dass Lara gar nichts mehr machen konnte, außer ein Medkit zu suchen – weil wir ja keine Heilung dabei haben.

Natürlich findet sie eins und weil sie jetzt eh schon der Terminator ist, brennt sie sich die Wunde einfach aus und danach ist alles wieder gut. Weiter geht’s, da warten noch mindestens 200 Gegner in diesem Gebiet auf uns. Das ist richtig schade, denn der Charakter um Lara fing so gut an und wurde dann so unrealistisch weiterentwickelt. Diese neue Lara hat ehrlich gesagt auch nicht viel mit der alten Lara aus den ersten Spielen zu tun.

Natürlich tötet die auch Menschen, wenn sie es musste. Wir erinnern uns nur an Teil Zwei, als sie die Mafia am Hals hatte. Aber das Töten von Menschen war nie wirklich der Vordergrund der Spiele, sondern einfach ein Bestandteil. Hier in Tomb Raider 2013 scheint es die Kür des Spiels zu sein, dabei heißt es doch Tomb Raider und nicht Kill the Cult.

Jetzt ist sie wohl nicht mehr so geschockt...
Jetzt ist sie wohl nicht mehr so geschockt…
Der Psycho ist jetzt geboren.
Der Psycho ist jetzt geboren.

Was Macgyver kann, kann Lara schon lang.
Was Macgyver kann, kann Lara schon lang. Die Wunde wird jetzt ausgebrannt!
Sie braucht nur eine Eisenstange und Spucke, dann hat sie alles.
Sie braucht nur eine Eisenstange und Spucke, dann hat sie alles.

Nebencharakter und Gegner

 

Da wäre die Crew der Endurance. Also viel Mitgefühl hat man irgendwie nicht für sie. Dafür begegnet man ihnen zu wenig. Jonah mochten wir direkt, schon deswegen, weil er Lara immer seinen kleinen Vogel nennt.

Aber der Rest? Es schwankt zwischen Desinteresse und Antipathie. Selbst das Ableben einiger Crewmitglieder war leider recht ereignislos und nicht gerade als Trauerfall zu betrachten. Lara versucht ein wenig zu leiden, immerhin gibt sie sich die Schuld an dem Ganzen. Reyes lässt ihre Wut an Lara aus und gibt ihr die Schuld an allem. Allgemein sind Reyes Ansichten und ihre Art echt nicht gerade das, was man sich ganz Tomb Raider 2013 geben möchte.

Oft denkt man sich einfach nur, sei doch endlich mal leise, ich muss dem Marker folgen, damit ich so weit wie möglich von dir weg bin.

Whitman ist noch einmal eine Sache für sich. Man kann jemanden schlecht einschätzen, wenn man ihn einfach für den größten Idioten hält, den das ganze Spiel zur Verfügung stellt.

Was konnten wir sie einfach nicht leiden.
Was konnten wir sie einfach nicht leiden.
Und hier der Vollpfosten des ganzen Spiels!
Und hier der Vollpfosten des ganzen Spiels!

 

 

 

 

 

 

Unnötige Nebencharakter bleiben damit also unnötige Nebencharakter, was schade ist, hier wurde viel verschenkt, was man hätte aufbauen können und das Crystal Dynamics es kann, haben sie mit Roth gezeigt. Roth, der Mentor und Trainer von Lara und auch so etwas wie ihr Vaterersatz. Ihn mochten wir wirklich und bei ihm waren uns viele Dinge eben nicht egal, wieso dann beim Rest der Crew so schlampig an den Charakteren arbeiten, wenn man Besseres schon bewiesen hat? Wir haben es nicht verstanden, aber so wirklich gestört hat es eben auch nicht, weil die Charaktere schlussendlich ja doch egal waren.

Anders war es da schon mit Mathias und seiner Sekte. Gut, seine Sektenmitglieder sind die besagten Moorhühner, aber Mathias selbst nimmt man zu jederzeit seinen Bösewicht ab. Genauso seine Besessenheit Sam – ach verdammt, ich hab Sam da oben vergessen, muss ich gleich mal nachholen. Ist leider nicht sarkastisch gemeint, im Gegenteil, ich hab sie wirklich schlicht und ergreifend vergessen – opfern zu wollen um Himiko wiederzuerwecken.

Das ist okay, als Bösewicht konnte Mathias definitiv punkten. Und Sam, nun ja das ich sie oben komplett vergessen habe, ist leider Zeichen genug. Sie selbst erzählt wie am Fließband die Story davon, dass sie die Nachfahrin Himikos ist und als sie dann entführt wird, ist es einem eigentlich egal, aber die Story möchte, dass man sie rettet, also tut man es. Das nicht, weil Sam so unsympathisch ist, eigentlich ist sie ein super liebes Mädchen und man nimmt ihr ab, dass sie die beste Freundin von Lara ist. Absolut verschenkt, wie auch beim Rest der Crew.

Roth war richtig klasse, noch ein Pluspunkt an die Entwickler
Roth war richtig klasse, noch ein Pluspunkt an die Entwickler
Und Jonah erst, er wird uns sogar in Rise of Tomb Raider begleiten
Und Jonah erst, er wird uns sogar in Rise of Tomb Raider begleiten

 

Von Höckchen auf Stöckchen

 

Bevor ich erkläre, was uns an der Handlung doch ein wenig gestört hat, möchte ich betonen, dass die Geschichte rund um Himiko absolut rund ist. Sie macht Laune, ist gut erklärt und wird nie langweilig. Das ist super, immerhin ist das heute ja auch nicht in jedem Spiel gegeben.

Was allerdings hier und da doch wieder stört, ist die Inkonsequenz beim Erzählen. Sam ist verschwunden und Lara verbringt die erste Hälfte von Tomb Raider 2013 damit, einen Weg von der Insel zu finden, obwohl sie sich nicht sicher sein kann, was diese irre Sekte mit ihrer besten Freundin machen wird? Also ich kenne mein Frauchen ja jetzt schon etwas länger und ihre beste Freundin ebenfalls.

Eine Sache kann ich euch garantieren, wenn Frauchens bester Freundin so etwas passieren würde, dann würde Frauchen keine Zeit daran verschwenden, einen Weg von der Insel zu finden, sondern sofort versuchen, ihre beste Freundin zu retten und dabei wäre es ihr auch sowas von egal, was die anderen sagen. Für ihre beste Freundin würde mein Frauchen tatsächlich sogar über Leichen gehen um sie zu retten. Beste Freundin ist eben beste Freundin und geht immer vor, wenn sie in Lebensgefahr schwebt.

Frauchen würde alles für ihre beste Freundin tun!
Frauchen würde alles für ihre beste Freundin tun!
Zur Not vielleicht auch zig hundert Menschen töten.
Zur Not vielleicht auch zig hundert Menschen töten.

 

 

 

 

 

 

 

Klar, zwischendurch findet Lara Hinweise auf Sam und findet sie zwischendurch auch, aber immer entgleitet sie ihr wieder und was tut sie? Na ja, irgendwann anders finden wir sie sicher wieder. Unfassbar schade, denn die Story ist an und für sich wirklich schick erzählt.

Auch der historische Kontext ist echt klasse. Zwar hatten wir hier und da in Tomb Raider schon japanische Mythologie, aber mal Hand aufs Herz, die Echtheit des Sachgehalts der alten Tomb Raider kann man mit keinem Gütesiegel belegen, so sehr sind die Sachen erfunden. In diesem Spiel werden viele wahre Hinweise auf Himiko, Yamatai und co. gegeben. Macht man sich die Mühe, die ganzen Goodies zu finden, erfährt man sogar noch mehr.

Sowas mag Frauchen, zumal Japan jetzt nicht gerade der gängigste Ort ist, um sich eine Mythologie für etwas rauszusuchen. Da gibt es andere Orte, die weit öfter zur Hand genommen werden. Auch neu und eine andere Form von Höckschen auf Stöckschen zu kommen ist das quasi Open-World Gameplay. Das Sammelfieber schlägt wieder zu, wenn man denn möchte.

Tomb Raider 2013 gelingt es in jedem Spielabschnitt wunderbar, die Balance zwischen Sammeln und weitermachen mit der Story zu halten. Das hat gerade Frauchen gefreut, die ja wirklich Probleme damit hat, einen Ort zu verlassen, bevor sie nicht auch jeden Stein umgedreht hat. Selbst mir wurde es nicht langweilig, was auch schon was heißen möchte, immerhin geh ich oft schlafen, wenn Frauchen mal wieder loslegt mit ihrem Sammeltrieb.

Auf die Plätze fertig, sammeln!
Auf die Plätze fertig, sammeln!
Und wir suchen!
Und wir suchen!

 

Tomb Raider vs. Uncharted

 

Das ist jetzt etwas sehr unfair, immerhin kann man Uncharted und Tomb Raider eigentlich gar nicht miteinander vergleichen. Zu unterschiedlich sind die Prinzipien dahinter, zumindest bis Tomb Raider Underworld.

Frauchen und ich wären auch niemals auf die Idee gekommen, diese beiden Spiele als Konkurrenz zueinander zu sehen. Lara ist Lara und Nathan ist Nathan. Beide verfolgen völlig anderen Spielprinzipien – na ja zumindest bis Tomb Raider Underworld. Dann kam das Reboot raus und schwupp kam man einfach nicht umhin zu bemerken, dass Crystal Dynamics und Square Enix an dem absoluten Erfolg von Uncharted anknüpfen wollten.

Damit es nicht wie eine komplette Kopie des Gameplay wirkt, wurden noch einige Extras eingebaut. Wie z.B. das quasi Open-World oder der Kletterhaken. Funfakt, anscheinend hat der Kletterhaken Naughty Dog selbst so sehr beeindruckt, dass es in Uncharted 4 ebenfalls einen gibt. Damit hat also zuerst Crystal Dynamics von Naughty Dog geklaut, damit Naughty Dog dann von Crystal Dynamic klauen konnte. Gilt das dann als Quid pro Quo? Ich weiß ja nicht, ob ein Kletterhaken ein gesamtes Gameplay ausgleichen kann.

Oh yeah, wir haben einen Kletterhacken!
Oh yeah, wir haben einen Kletterhacken!
Und fantastische Wände zum klettern.
Und fantastische Wände zum klettern.

 

 

 

 

 

 

Wir fanden es in jedem Fall unfassbar schade, dass Crystal Dynamics ihrer Lara anscheinend nicht mehr zugetraut haben, mit einem überarbeiteten alten Gameplay überzeugen zu können, sondern den Schritt gegangen sind und einfach das Gameplay von Uncharted übernommen haben.

Nicht falsch verstehen, das Spiel wird dadurch nicht besser oder schlechter, es macht Laune. Hat für uns nur leider nichts mehr mit Tomb Raider zu tun. Allgemein war das größte Problem an dieser ganzen Reboot Sache, dass sie es Tomb Raider nannten. Natürlich heißt das nur Grabräuber, aber eigentlich ist diese Lara kein Grabräuber, sondern eine Überlebende.

Das Spiel hätte in sich viel besser funktioniert, wenn man nicht Lara als Hauptfigur genommen und es vor allem nicht Tomb Raider genannt hätte. Aber vermutlich glaubte man, dass sich das Spiel mit dem Namen Tomb Raider oben drauf einfach besser verkaufen würde und so ganz unrecht hat der Publisher damit ja auch nicht gehabt.

Die eingefleischten Fans haben es sich geholt, weil es Tomb Raider ist – ob sie davon nun enttäuscht waren oder nicht – und diejenigen, die Uncharted mochten, aber vorher nicht viel mit Tomb Raider anfangen konnten, kamen hier auch auf ihre Kosten.

Frauchen und ich können also verstehen, wieso das Tomb Raider 2013 so viele gute Kritiken bekommen hat. Das Spiel ist wirklich gut, die Grafik ist schön. Am Soundtrack hätte man noch etwas feilen können, der ist leider nicht so eingängig wie in den alten Teilen, aber schön gemacht ist er trotzdem.

Die Umgebung die ist schön! Pluspunkt an die Entwickler.
Die Umgebung die ist schön! Pluspunkt an die Entwickler.
Da kann man sich einfach nicht beschweren!
Da kann man sich einfach nicht beschweren!

 

Gegner über Gegner über Gegner bis hin zu Gegner

 

Was die Story wirklich gestört hat, waren die Gegner, ich hab nicht umsonst geschrieben, dass das Ganze eher einem Moorhuhnschießen gleich kam. Natürlich kann der eine jetzt sagen „Aber in Uncharted ist es auch nicht anders“. Stimmt, ist es nicht und auch da stört es teilweise aber anders als in Tomb Raider.

Im Gegensatz zu Uncharted hat Tomb Raider schlicht Vorgänger, die man zum Vergleich heranziehen kann und vergleicht man es, so kommt man vielleicht in allen Spielen zusammen auf so viele Gegner, wie in diesem einen Spiel. Das macht deutlich, dass es in keinem Tomb Raider hauptsächlich darum ging, Menschen so brutal und auf Masse zu töten wie machbar.

In diesem Teil ist das schon so. Das Ganze gipfelt gegen Ende in einem nicht ganz so epischen Kampf, wo Lara gegen eine ganze Armee auf einmal kämpfen muss. Eine Armee bestehend aus Angreifern, die am Anfang des Spiels noch einzeln furchtbar schwer zu besiegen sind. Frauchen hat diese Stelle wirklich verabscheut, so sehr, dass sie danach erst einmal eine Pause von dem Spiel brauchte.

Ihr Aggressionslevel ist so sehr gestiegen, dass sie sich das Finale des Spiels nicht damit kaputt machen wollte, indem sie mit voller Aggression dran geht. Leider hat die Pause nicht so viel gebracht, denn wie sich herausstellte, war das Finale auch nicht mehr als massenhaft Gegner zu töten.

Es war und ist absurd und übertrieben. Einen richtigen Bosskampf? Nun ja, so halb haben wir den schon, der wird aber meist durch die Gegner gestört, die zwischendurch dann auftauchen, um auch noch mitzumischen. Das war wirklich zu viel des Guten und hätte nicht sein müssen.

Ja, auch so müssen wir kämpfen.
Ja, auch so müssen wir kämpfen.
Gegner sind im dutzend billiger!
Gegner sind im dutzend billiger!

Da Tomb Raider nun mal Tomb Raider ist…..

So ganz wollten die Entwickler wohl doch nicht verdrängen, dass Lara Croft ja eigentlich nicht nur eine Überlebende ist, sondern ja auch in naher Zukunft einmal eine Grabräuberin wird.

Also gibt es optionale Gräber, die man auseinander nehmen kann. Aber besonders sind die nicht. Eigentlich sogar ein wenig repetitiv. Hat man einmal verstanden, was man machen muss, dann ist das Rätsel nicht wirklich ein Rätsel. Eigentlich ist kein Grab jemals ein Rätsel, denn zur richtigen Zeit Wasser irgendwohin abfließen lassen oder zur richtigen Zeit eine Plattform erreichen, bevor der Mechanismus sich wieder auf null stellt, ist nicht gerade die Form von Rätsel, die das Gehirn zum Dampfen bringt. So sehen alle Gräber in Tomb Raider aus.

Als wäre das nicht schon ein wenig peinlich genug, wird man damit belohnt, nicht mal sehen zu dürfen, was Lara so in den Kisten findet. Sie öffnet sie, man sieht ihr Gesicht, das staunend mit einem „Ohhhh“ in die Kiste blickt und von einem goldenen Licht bestrahlt wird, um zu zeigen, dass in dieser Kiste etwas ganz besonders ist.

Nee sorry, aber so ganz nehmen wir euch nicht ab, dass die Glühbirne in der Kiste so viel besonderer sein soll als eine normale handelsübliche Glühbirne aus dem Elektrohandel. Da hätte man mehr machen können.

Alle Objekte sind schön und detailliert
Alle Objekte sind schön und detailliert
Und wir finden eine Glühbirne und Lara ist fasziniert
Und wir finden eine Glühbirne und Lara ist fasziniert

Fazit zu Tomb Raider 2013

 

Das Reboot wäre dann gelungen gewesen, wenn es kein Reboot zu Tomb Raider gewesen wäre. Ein eigenständiges Spiel, mit einem eigenständigen Charakter, hätte das Spiel wirklich zu einem Highlight gemacht.

So musste man immer zu daran denken, wie sehr die Entwickler Lara vermurkst haben und das meinen wir nicht optisch. Ihre Kurven sind nicht mehr so hartcore wie in den ersten Teilen und das ist okay, damit zeigen die Entwickler, dass sie den Sexismus aus Tomb Raider nehmen wollen, aber was ist mit Lara Croft als Charakter?

Natürlich ist sie in den ersten Teilen bis Angel of Darkness vielleicht nicht mehr so Trendy wie damals 1996, als alle Männer eine starke Frau in Videospielen zu schätzen wussten und auch Frauen sich freuten, dass es eine Spielereihe gab, wo der Protagonist eine Frau ist. Aber Lara ist in der Zeit ja nicht charakterlos geblieben und vor allem nicht nur das Sexsymbol, für das manche sie gehalten haben. Im Gegenteil, gerade seit Legends trägt Lara ja durchaus auch mal normale Klamotten. Trägt sie ihre Shorts und das Top, ist es in diesen Teilen eher eine Ode an die alten Teile, um zu zeigen, dass sie nicht vergessen wurden, aber man dennoch einen Schritt weitergehen musste.

Hmm, sieht man da zwangsläufig weniger?
Hmm, sieht man da zwangsläufig weniger?
Und hier? Ist das auch noch weniger?
Und hier? Ist das auch noch weniger?

 

 

 

 

 

 

Gerade seit Legends hat man sich so unfassbar bemüht, Lara charakterliche Tiefe zu geben, ohne die alten Teile deswegen zu vergessen und es ist Crystal Dynamics ja auch gelungen. Okay, zum Teil gelungen, ein paar Sachen waren vielleicht ein wenig deplatziert, störte es? Nein. Nun glaubt man, dass Lara sich besser verkauft, wenn man sie komplett neu erfindet?

Okay, den Verkaufszahlen nach stimmt es vielleicht, aber Frauchen und ich bleiben dabei, dass kein echter, eingefleischter Tomb Raider Fan in dem Reboot noch ein echtes Tomb Raider sehen kann. Dennoch betrachtet der Beagle das Große und Ganze und wir hatten Spaß am Spiel, konnten mit einem Augenrollen über einige Sachen hinwegsehen. Tomb Raider 2013 hat sogar wiederspielwert, so wie seine alten Teile und deswegen gibt es von mir das silberne Pfötchengütesiegel:

Ich kann einfach nicht das goldene Pfötchengütesiegel geben, dafür ist uns Tomb Raider 2013 einfach zu weit weg von dem, was Tomb Raider einfach einmal war. Wir würdigen hier, dass Tomb Raider 2013 ein sehr gutes Spiel, die Grafik zauberhaft ist und die Entwickler sich Mühe gegeben haben, ein richtig gutes Spiel auf den Markt zu bringen. Das ist ihnen auch definitiv gelungen. Daher gibt es das silberne Pfötchengütesiegel:

Pfütchengütesiegel Silber
Pfötchengütesiegelsilber

 

Ihr wollt Tomb Raider 2013 doch kaufen, jetzt wo ich auch davon überzeugt habe, dass das Spiel wirklich gut ist, wenn es nicht Tomb Raider heißen würde?
Kein Problem, Tomb Raider 2013 gibt es für so ziemlich jede Plattform. Sogar als aufgehübschte Version für die PS 4.
Fündig werdet ihr im Handel, Online auf Steam und natürlich auch im Playstationstore.

Ihr wollt doch lieber schauen?

Dann einmal zur CupcakeKatze, sie ist wie Frauchen leidenschaftliche Tomb Raider Spielerin und dort findet ihr nicht nur Tomb Raider 2013, sondern jedes Tomb Raider + zusätzlichen hartcore Challenges. Ja, die liebe Katze liebt Tomb Raider wirklich.
Hier zu ihrem Tomb Raider 2013 Let’s Play.

 

Auch der gute Betagott hat Tomb Raider 2013 für euch gezockt:

 

Wenn ihr Tomb Raider 2013 schon längst und ewig durchgezockt habt, dann verratet dem Beagle doch, was ihr von dem Reboot haltet. Frauchen und ich sind sehr neugierig von euch zu lesen.

Bis dahin reicht euch die Pfote und liest euch im nächsten Review,

Euer Beagle on Games, der Beagle der sprechen kann.

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