Action-Adventure, Adventure, Open-World, Shooter

Rise of Tomb Raider

Es ist sicher im letzten Tomb Raider Review durchgesickert, dass Frauchen ein riesen Tomb Raider Fan ist. Es hat seinen Grund, warum Uncharted sie sofort gepackt hat und nun ja, der Grund ist in ihrer Gaminggeschichte mit Tomb Raider zu finden. Wir liebten besonders 2 und 3, aber auch die Spiele um Tomb Raider Legend haben uns wirklich Spaß gemacht.

Nun sitze ich hier und soll für Frauchen über Rise of Tomb Raider schreiben. Es fällt mir wirklich schwer, denn diesmal sind wir beide hier und da doch sehr unterschiedlicher Meinung. Aber schauen wir einmal, wieso Frauchens und meine Meinung dann doch ein wenig auseinanderdriften.

Schon die Veröffentlichung von Rise of Tomb Raider ist meinem Frauchen unfassbar bitter aufgestoßen. Microsoft hat sich einen 1 Jahres Exklusivdeal mit Square Enix erkauft. Generell spricht nichts dagegen, wenn Microsoft unbedingt sein eigenes Uncharted Spiel haben möchte und sich nicht dafür interessiert, dass sie dabei viele eingefleischte Fans vor den Kopf stoßen, dann würde jeder PRler es wohl sofort so machen und Square Enix kann man schon gar nicht böse sein, mehr Geld für die Entwicklung und Vermarktung ist eben mehr Geld.

Rein logisch also alles erklärbar und dennoch so furchtbar bitter, vor allem da Square Enix Aussage nach die Kooperation nur deswegen entstand, da man mit Microsoft schon eine so unfassbar lange gemeinsame Tomb Raider Geschichte hat. Kurzer Blick zurück auf den aller ersten Tomb Raider von 1996, damals noch von Core Design entwickelt, also wenn mich meine geschulte Schnüfflernase nicht trügt, dann gab es damals noch keine Xbox.

Also erschienen das erste Tomb Raider für die Xbox mit Tomb Raider Legend und davor erschien es für PC und aha Playstation. Ja, ein PC läuft über Microsoft, doch mit Tomb Raider hatten sie bis Underworld nicht viel am Hut.

Bildquelle: https://www.ps4source.de
Bildquelle: https://www.ps4source.de

20 Jahre Tomb Raider, von denen Microsoft gerade einmal 9 Jahre aktiv mitgewirkt hat, denn das erste Exklusive DLC nur für Xbox erschien für Tomb Raider Underworld. Ja, die Geschichte zwischen Microsoft und Tomb Raider ist wirklich lang, liebes Square Enix, sagt doch bitte einfach, dass Microsoft euch ein Angebot gemacht hat, dass ihr nicht ablehnen konntet und wolltet, jeder, der wirtschaftlich denkt, versteht das.

Ende des Ganzen war, dass Rise of Tomb Raider erstmals Exklusiv im November 2015 für die Xbox erschien und tja, der Beagle muss leider sagen, das lief nicht so. Denn eigentlich sollte die PC Version erst Richtung Ostern 2016 kommen, wurde dann aber schon in den Januar vorgezogen. Ein Satz mit X, wenn man es mal sagen möchte.

Dennoch hat Frauchen artig gewartet, genau ein Jahr nachdem Rise of Tomb Raider für Xbox rauskam, wurde es dann für Playstation veröffentlicht und dreister Weise auch noch als besonderes 20 Jähriges Jubiläums Special verkauft, einen günstigeren Zeitpunkt kann man sich doch gar nicht als Spieler wünschen, oder nicht?

Zugegeben, da Playstation den Zug noch mitnehmen wollte und eine Möglichkeit dafür suchte, war das die beste Möglichkeit. Leider hatte Frauchen kaum noch Interesse an Rise of Tomb Raider, da sie seitdem viel zu viele gute andere Games gezockt hatte, nicht zu vergessen Uncharted 4.

Also hat alles in allem das Erscheinen von Rise of Tomb Raider leider viel zu viele Wermutstropfen hinterlassen. Entwickelt wurde es wie die Teile seit Tomb Raider Legends von Crystal Dynamics und gepublished sowohl von Square Enix als auch Microsoft.

Der Titelbildschirm ist echt cool gemacht.
Der Titelbildschirm ist echt cool gemacht.
Allgemein hat die Grafik viel zu bieten.
Allgemein hat die Grafik viel zu bieten.

Worum geht’s in Rise of Tomb Raider?

 

Na ja, um Lara, die mal wieder etwas sucht. Nach den Ereignissen rund um Yamatai und der Sonnenkönigin Himiko ist die gute Dame etwas am Rande von, nun wir wissen es gar nicht so genau. Sie forscht in jedem Fall nach einer geheimen mystischen Quelle, für die alle Wissenschaftler ihren Vater für verrückt erklärt haben.

Sie möchte die Quelle finden und seinen Ruf wieder richten. Dabei kommt sie gut rum, von Syrien direkt nach Sibirien, wo man dann auch die restliche Handlung spielt. Dabei wird schnell deutlich, dass Lara nicht die Einzige ist, die nach der Quelle sucht. Im Gegenteil, ein geheimer militärischer Orden namens Trinity sucht die Quelle ebenfalls. Für Lara beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

Für ein Spiel, das weit über 50 Stunden gehen kann, wenn man alles macht, ist das nicht gerade viel Plot, das wissen Frauchen und ich auch. Dazu aber später mehr.

Schnee und Eis, Lara und Jonah.
Schnee und Eis, Lara und Jonah.
Einer der wenigen Momente, wo es sich wie Tomb Raider anfühlt.
Einer der wenigen Momente, wo es sich wie Tomb Raider anfühlt.

Lara Croft oder auch die Frau, zu der wir keinen Bezug hatten

 

Schon im Reboot von 2013 hat Laras Charakter ordentlich Federn lassen müssen. Es war nicht so, dass wir sie nicht mochte. Aber ihre Entwicklung war einfach nicht wirklich durchdacht. Sie tötet einen Hirsch, weint gefühlt eine halbe Nacht um ihn, aber nach knapp 100 bis 200 getöteten Menschen ist sie der Terminator schlechthin.

Kann man so machen, realistisch wirkt es nicht und einen flotten Spruch, wie ihre Vorgängerin in den alten Teilen oder gar Nathan Drake, hat Lara nie auf den Lippen. Sprich, sie nimmt sich selbst schon einmal viel zu ernst und das führt leider dazu, dass man Lara nicht mehr ernst nehmen kann. In Rise of Tomb Raider ist das nicht anders, im Gegenteil, es ist sogar schlimmer. Frauchen konnte keinerlei Empathie für Lara aufbringen, ich hab sie dabei beobachtet und es sah aus, als würde mein Frauchen eine fremde Person steuern. Eine Person, die wie eine Killermaschine in allen Lebenslagen töten kann.

Die ihren Weg geht, die Leute trifft und wieder verliert und wenn sie Lust hat, die Umgebung erkunden kann. Nicht einmal war Frauchen davon berührt oder es interessierte sie, dass Lara mal wieder in ihrem Tod sprang. Im Gegenteil, oft war Frauchen sogar von Mrs. „Ich kann alles und lasse mich von niemanden aufhalten“ doch sehr genervt. Klar, im Reboot war dem auch schon so und auch in dem Review beschwere ich mich darüber, dass sich Tomb Raider da einfach viel zu ernst nimmt. Ich ziehe ungerne Vergleiche zu Uncharted, da Frauchen und ich uns einig sind, dass die beiden Spiele eigentlich nichts miteinander zu tun haben, außer dass es um Schatzjäger geht.

AH Assassins Creed....oh sorry, das ist Lara...
AH Assassins Creed….oh sorry, das ist Lara…
Und wie immer sieht sie fertig aus..
Und wie immer sieht sie fertig aus..

 

 

 

 

 

 

 

Aber da Crystal Dynamics mit Tomb Raider 2013 entschieden hat, Uncharted zu kopieren und sich von allem Alten zu lösen, was die gute Lara Croft je ausgemacht hat, kommen wir doch nicht drum rum. Aber ich reiss es nur kurz an, detaillierter ist es in meinem Review zu Tomb Raider 2013. Nathan hat eine Sache, die ihn unfassbar sympathisch macht: seinen nie aufhörenden Humor, der einen das gesamte Spiel darauf aufmerksam macht, dass das der schiere Wahnsinn ist, was hier passiert. Der sich selbst auf die Schippe nimmt, wenn er mal wieder absolut irrsinnige Sachen überlebt hat.

Lara macht das nicht, sie müht sich ab zu überleben, landet leidend irgendwo in einer Ecke und leidet weiter, steht auf und macht verbissen weiter. Sympathie? Sorry, konnten wir da nicht aufbringen. Nichts mehr ist über von der Lara Croft der alten Zeiten und leider ist diese Lara Croft sogar noch schlimmer als die Lara Croft aus dem Reboot von 2013. Wo sie im Reboot schon eine Killermaschine war, nimmt es hier schier absurde Ausmaße an. Frauchen brauchte in aller Regel nicht viel zum Töten.

Jap Leute, solltet ihr mal auf Schatzjagd gehen, nehmt einen Kletterhaken mit. Der ist besser als jedes Schweizermesser. Frauchen hat damit 100te von Gegnern getötet, ja gar die ganze Armee der Unsterblichen. Seht ihr den Sarkasmus darin? Sollte es doch mal knapp werden, dann einfach raus mit der Pumpgun und lasst es krachen, es macht keinen Unterschied, Lara unsere eiskalte Bestie des Vertrauens macht das schon. Da hilft es leider auch nicht, wenn sie hier und da schockiert und erschreckt feststellt, dass das zu viele Gegner sind. Na und? Wir haben doch schon über 100 getötet, was machen da die nächsten 100 und das wortlos und ohne jeden Kommentar? Es tut mir leid Lara, aber von dir möchte ich nicht gekrault werden, ich hol mir dann lieber die Lara von 2009 aus Legends wieder. Viel zu sehr warst du für uns eine Fremde in Rise of Tomb Raider.

Was bist du Lara? Grabräuberin oder Massenmörderin?
Was bist du Lara? Grabräuberin oder Massenmörderin?
Der Kletterhacken....also Massenmörderin.
Der Kletterhacken….also Massenmörderin.

Jonah!!!!

 

Ja, ihr seht es richtig. Er ist uns geblieben und darüber waren wir froh. Viel Spielzeit hat er nicht an Laras Seite, aber er ist so ziemlich der einzige Charakter, für den man auch was empfindet, dem sein Schicksal nicht absolut egal ist. Das ist unfassbar schade, immerhin lernt Lara ein ganzes Tal voller Menschen kennen, die auch alle einfach Barbie, Ken, Bobby, Tom, Lucy und co. hätten heißen können, es hätte keinen Unterschied gemacht.

Fangen wir gar nicht erst damit an, wenn Lara eine bestimmte Person finden muss, ja wie denn, wenn alle Personen einen Einheitsbrei aus Leuten sind? Einzig Jacob und Sofia sind hängen geblieben, nicht weil sie so freundlich, toll und sympathisch sind. Sie halten sich da gut die Waage, sie sind aber ein bedeutender Teil der Handlung und deswegen kann man sich die beiden auch gut merken. Aber auch hier fehlt uns leider die Empathie, dass uns interessiert, ob Trinity ihr Tal zerstören möchte oder nicht.

Jonah!!!!
Jonah!!!!
Ach ja und Jacob und Sofia...
Ach ja, da sind noch Jacob und Sofia

 

 

 

 

 

 

Es ja so, dass wir als Missionsziel vermutlich eh das Retten des Tals haben. Also keine Sorge, Lara wird das Tal schon retten.

So darf es einfach nicht sein. Es kann nicht sein, dass wir uns nur über Jonah gefreut haben, dass Jonah der Einzige ist, bei dem Frauchen und ich wirklich sauer geworden wären, wenn ihm etwas passiert wäre. Doch genauso war es. Wenn uns schon unsere angeblichen Freunde null interessiert haben, dann wird es noch schlimmer bei den Trinitiy-Leuten. Ehrlich, noch austauschbarer hätten sie einfach nicht sein können.

Ana und ihr Bruder sind so profillos und öde, dass wir kein Interesse daran hatten, warum sie tun. Einfach zwei Irre, die auch Paula und Paul hätten heißen können. Es tut mir leid, wenn ich hier einigen spoiler, dass Ana nicht die liebende Stiefmutter von Lara ist. Das wussten Frauchen und ich eigentlich von Anfang an. Die Überraschung, als man uns Ana als die große Böse zusammen mit ihrem Bruder vorstellte, war ehrlich gesagt absolut unüberraschend, ja gar total uninteressant. Zwei weitere Affen, die von Lara eh auf Dauer getötet werden. Es tut mir für jeden Affen leid, dass ich diesen Vergleich gezogen habe, es ist nichts gegen euch, meine lieben Affen, selbst ihr habt mehr Profil als Ana und ihr Bruder. Das hat selbst das Tomb Raider von 1996 besser hinbekommen und auch im Reboot 2013 hat man die Gegner noch etwas ernster genommen.

Austauschbarer NPC Typ, wie wäre es mit Bobby?
Austauschbarer NPC Typ, wie wäre es mit Bobby?
Ana und der Bruder oder auch Paul und Paula.
Ana und der Bruder oder auch Paul und Paula.

Open-World kann auch zu groß sein

 

Wisst ihr noch Frauchens Problem mit der Aufmerksamkeitsspanne eines Eichhörnchens und was passiert, wenn auf der Karte 50 kleine Symbole markiert sind? Tja, damit habe ich die ersten 7 Stunden Rise of Tomb Raider verbracht. Okay, ich nicht, ich bin schlafen gegangen. Das war mir einfach zu blöd und ich glaube, dass es Frauchen auch zu blöd war, denn als sie mit ihrem Sammeltrieb fertig war, hatte sie keine Lust mehr, die Haupthandlung weiter zu machen.

Das geht leider in ganz Rise of Tomb Raider so. Man macht die Story, wird abgelenkt von den vielen Sammelgoodies und Nebensachen und schwupp hat man vergessen, was man eigentlich als Haupthandlung gerade noch gemacht hat. Oft hatte Frauchen das Problem, dass sie die Hauptstory schon deswegen nicht mehr interessiert oder gleichgültig gelassen hat, weil sie zu oft stundenlang von anderen Dingen abgelenkt wurde, die absolut gar nichts mit der Story zu tun hatten.

Noch viel trauriger ist es, dass die Hauptstory so unfesselnd war, dass man sich so einfach davon ablenken lassen konnte. Es ist nicht so, dass es unmöglich ist, repetitive Dinge mit der Story zu kombinieren. Jüngst hat Assassins Creed Origins bewiesen, dass man sich auch gerne mal in der Welt verlieren kann, danach aber immer noch weiß, was Sache ist. Macht man dann doch die Haupthandlung strikt, dann merkt man leider, dass da gar nicht so viel hinter ist.

Und das dann noch zig Mal. Das ist einfach viel zu viel...
Und das dann noch zig Mal. Das ist einfach viel zu viel…
Einfach ein Lara Bild, denn sie bleibt noch immer wunderschön.
Einfach ein Lara Bild, denn sie bleibt noch immer wunderschön.

 

 

 

 

 

 

 

Lara geht nach Syrien, findet dort nichts außer einen Hinweis auf Sibirien. Ole, weil wir waren ja noch nicht oft genug irgendwo im Eis und Schnee – wie war das? Oh ja, im Reboot gab es auch massenhaft Schnee und dann wären da ja nur noch die Antarktis, der Himalaya, Kasachstan, Peru und noch Tibet (jap, Leute ich weiß, es liegt auch am Himalaya). Schnee, Schnee, Schnee und Rise of Tomb Raider bietet uns….richtig, Schnee. Aber der Beagle muss auch hier ein wenig entschärfen, während Frauchen sehr genervt davon war, war ich eigentlich recht begeistert, es war immerhin schön anzusehen. Grafisch lässt Rise of Tomb Raider absolut keine Wünsche offen und das gefällt dem Beagle.

Zu unserer absoluten Begeisterung stolpert Lara von einem Storyabschnitt in den nächsten. Ab durch eine alte verlassene Kaserne, rüber in einen verschneiten Open-Word Abschnitt, weiter in eine verlassene Mine, nur um mitten in Sibirien ein wunderschönes, sonniges, gemütliches Tal zu finden, das direkt neben unserem eigentlich Ziel liegt. Hier liegt das Problem der Handlung. Frauchen konnte der Story nicht so recht Freude entgegen bringen, viel zu oft stolperte sie von einem Abschnitt in den nächsten, wurde mit Kämpfen nur so zugeballert, dass sie manchmal nicht mal mitbekam, dass der nächste Abschnitt schon längst begonnen hat und dann die großen explosiven „episch“ gestaltenden Aufgaben, die zu einem noch größeren Wirrwarr führten, weil Frauchen im Grunde stellenweise nichts anderes tat, als einfach zu rennen, wenn Lara irgendwas von „Schnell weg“ sagte.

Schneeeeee
Schneeeeee
Rennnnnn
Rennnnnn

 

 

 

 

 

 

Das meine lieben Entwickler hat das Reboot eindeutig besser gemacht. Alles in allem war Frauchen furchtbar gelangweilt von der Story, während ich beim Zuschauen selbst doch etwas mehr Spannung dafür entwickeln konnte. Was so viel bedeutet wie, der schmale Grad aus „Wir stolpern vor uns hin“ und es ist echte Story, ist leider nicht gelungen.

Aber hey, wenigstens bekommt Lara ein paar Gräber spendiert, so als Grabräuberin in Spe. Natürlich rein optional, wenn man nur die Killermaschine sein möchte, dann bleibt man eben nur die Killermaschine und lässt die Gräber außen vor. Selbst wenn man sie macht, sie sind schlicht einfach nur öde. Aber wenigstens wird man diesmal ordentlich dafür belohnt, die optionalen Gräber zu machen, da man als Fund immer einen Kodex bekommt, der Lara eine neue Kampftechnik spendiert.

Die sind nicht selten wirklich sinnvoll. Aber repetitiv und langweilig bleibt es dennoch. Dem Beagle ist klar, dass einige oder viele hier nicht zustimmen werden, selbst ich muss meinem Frauchen hier und da widersprechen. Einige Gräber waren ganz nett, auch wenn sie optional waren, so haben die Entwickler es zumindest versucht.

Aus dem Reboot übernommen, gut so. Es ist immer noch klasse.
Aus dem Reboot übernommen, gut so. Es ist immer noch klasse.
Gut, der Kodex hat auch eine Glühbirne, aber die hat diesmal Sinn.
Gut, der Kodex hat auch eine Glühbirne, aber die hat diesmal Sinn.

Gegner sind im Dutzend billiger

 

Hand aufs Herz, wer hat am Ende des Spiels nicht das Gefühl gehabt, dass Lara so ziemlich den gesamten Trinity Orden ausgelöscht hat und noch dazu alle unsterblichen Krieger? Frauchen kam es so vor. Vielleicht wirkt Lara schon deswegen wie eine Killermaschine, weil es nichts gibt, was sie nicht tötet.

Während wir im Reboot wenigstens noch die Wahl hatten, Tiere zu verschonen, lässt uns Rise of Tomb Raider diese Wahl nicht mehr. Zumindest nicht, wenn man seine Sachen nicht auch irgendwann mal upgraden möchte. Viel zu oft wird mein tierliebes Frauchen also dazu gezwungen, Tiere zu töten, damit sie voran kommt und sich Rise of Tomb Raider nicht unnötig schwer macht.

Das einzig Beruhigende? Gegen Ende, wenn man alles soweit hat, braucht man dann doch keine Tiere mehr zu töten, man hat schlicht schon genug getötet.

Ein Tier von unendlich...
Ein Tier von unendlich…
Leuchtmakierung, damit man besser töten kann.
Leuchtmakierung, damit man besser töten kann.

 

 

 

 

 

 

 

Bei den Soldaten ist das nicht der Fall. Ehrlich, ich hätte vielleicht einen Klickcounter machen sollen, es war teilweise dermaßen übertrieben. Gerade in den besonderen Abschnitten, wo Trinity sich dachte, jetzt lassen wir es richtig krachen, war es einfach nur noch absurd und lächerlich. Das Problem bei der Sache? Rise of Tomb Raider nimmt sich noch immer ernst. Leute, das werdet ihr auch noch 20 Mal von mir hören.

Es will ein Spiel sein, das um das Überleben geht, um die Instinkte eines Menschen. Also wenn der Instinkt darin besteht, einen psychischen Knacks auszulösen, weil man roundabout 500 lebende und unsterbliche Menschen getötet hat, dann waren die Entwickler definitiv erfolgreich. Frauchen war genervt. Gerade gegen Ende. Am Ende wurde es zum reinen Moorhuhn schießen. Allerdings hatte dieses Problem auch schon das Reboot, nur dass Lara da wenigstens noch einen Grund hatte. Oder na ja, zumindest etwas, was man als Grund voran schieben konnte.

In diesem Spiel nicht, es wird angekündigt, dass Trinity der Feind ist und damit wird gerechtfertigt, dass Lara sie alle tötet, selbst dann, wenn sie ihnen körperlich eigentlich total unterlegen sein sollte. Solltet ihr mal das Gefühl haben, dass euch die Gegner ausgehen, dann geht einfach in den nächsten Abschnitt, da gibt es noch genug.

Das Ende hat es auch nicht mehr gebracht. Der Beagle spoilert nicht, aber sagen wir es so. Kreativität sieht anders aus. Selbst ich musste mir da eine Pfote über die Augen legen. Schnee, ein enger Gang, massenhaft Gegner. Lara darf in keinem Fall eine bestimmte Stelle erreichen? Ah ja, da hat Crystal Dynamics wohl keine Ideen mehr gehabt.

Dreht euch nicht um, die Lara die geht um....
Dreht euch nicht um, die Lara die geht um….
Gilt auch für Unsterbliche.
Gilt auch für Unsterbliche.

Schlechte Physics bleiben schlechte Physics

 

Lara ist extrem suizidal. Nicht dass wir nach Tomb Raider 2013 Probleme hatten das nachzuvollziehen, wer bei den ganzen Massen an Leichenbergen, die man hinterlassen hat, keinen psychischen Knacks abbekommt, der hat entweder einen sehr guten Psychiater, der einem die richtigen Medikamente gibt, oder schlicht kein Gewissen.

Aber Frauchen und ich konnten leider recht schnell erkennen, dass Laras suizidale Ader absolut nichts damit zu tun hatte. Es waren mehr die arg übertriebenen physikalischen Begebenheiten. Lara ist hibbelig, sprunghaft und tut im Grunde, was sie will. Manchmal auch einfach in eine völlig andere Richtung springen, als Frauchen per Controller angegeben hat. Wild über Kanten rennen ohne, dass man noch die Chance auf abbremsen hat, darin ist Lara auch besonders gut, schon fast Olympiaden reif. Absprünge von Kanten vermurksen darin auch. Lustig an Sachen hochglitchen, nebenglitchen, abglitchen, wegglitchen und was wir nicht alles noch finden können, darin ist Lara ebenfalls absoluter Profi.

Wie oft Frauchen nur noch mit den Augen gerollt hat, wenn Lara mal wieder in den Tod gestürzt ist, einfach weil Mrs. Croft ihren eigenen Sinn für Physik hatte. Die Steuerung ist so unfassbar schwammig beim Springen, es ist unfeierlich. Da haben es die Crystal Dynamic Spiele von 2006-2009 echt besser gemacht. Selbst wenn da mal was schief ging, wurde man wenigstens mit absurden Absturztoden belohnt. Hier kann man sich darüber nicht erfreuen, schon gar nicht, wenn man nur noch richtig abgenervt ist und die andere Seite seines Ziels erreichen möchte.

Warum auch immer die Entwickler etwas am Kletterhaken verändern mussten, sie haben es getan und jetzt ist er furchtbar ätzend zu bedienen. Auch hier stürzt man schnell mal in den Tod, genauso wie beim Absprung, wenn man mit einem Seil an Haken schwingen soll (Moment mal, was machen neumodische Haken in einer alten Ruine, wo noch nie jemand war? Ach, was fragt der Beagle noch, immerhin hat jedes Spiel ja auch seinen eigenen Kantenmaler, damit der Spieler weiß, wo es lang geht).

Alles in allem ist mein Frauchen öfter an der schlechten Spielephysik gestorben als an den Gegnern selbst. Traurig aber wahr. Sie mochte die Steuerung überhaupt nicht. Lara war ihr einfach zu leichtgewichtig und flumiartig unterwegs. Leider muss ich als Zuschauer des Ganzen sagen, dass es auch genau danach aussah. Ich möchte nicht wissen, wie es sich anfühlte, es selbst zu steuern.

Auf die Plätze - fertig - fallen
Auf die Plätze – fertig – fallen
Ganz gefährlich bei der Steuerung...
Ganz gefährlich bei der Steuerung…

Fazit zu Rise of Tomb Raider

 

Nun…ich will nicht behaupten, dass ich Rise of Tomb Raider in meinem Review jetzt sehr zerrissen habe, aber na ja, doch hab ich eigentlich schon. Mir ist klar, dass ich damit eine relativ gegenläufige Meinung habe. Rise of Tomb Raider ist für jegliche Plattformen recht gut bewertet worden. An und für sich ist Rise of Tomb Raider kein schlechtes Spiel, es hat nur arge Probleme, die der Beagle sicher nicht ignorieren wird.

Schon der Beginn der PR für Rise of Tomb Raider hat für jeden Tomb Raider Fan mit einem Schlag ins Gesicht begonnen. Microsoft exklusiv. Wir reden von Tomb Raider, das seit jeher für jede Plattform zum Erscheinungsdatum zur Verfügung stand. Schon sank das Interesse. Man schaute gar nicht mehr, man könnte sich ja spoilern oder so. Wenn man dann gewartet hat – so wie Frauchen es getan hat – dann hat man eigentlich schon wieder vergessen, dass Rise of Tomb Raider überhaupt erschienen ist. Ganz, ganz schlechter Start, wenn ihr mich fragt. Weiter geht es mit Lara selbst.

Sorry Lara, noch nie warst du so unpersönlich. Dann ab zur Handlung, die man gut und gerne in spätestens drei Monaten schon wieder vergessen hat. Ist uns in keinem Tomb Raider je passiert. Nicht so gravierend wie hier. Dazu natürlich noch, dass sich das Ganze Rise of Tomb Raider nennt. Das ist etwas, was ich schon in Tomb Raider 2013 angemerkt habe. Hätte Square Enix nicht gerade Lara Croft als Hauptcharakter genommen, sondern eine eigenständige Person, dann hätte hier ein wahnsinnig gutes Adventuregame entstehen können. Aber natürlich verkauft es sich einfacher, wenn man es als Reboot einer Reihe ankündigt, die eine eingeschworene Fangemeinschaft hat.

 

Hello darkness my old Friend.
Hello darkness my old Friend.

Ich verrate euch jetzt ein Geheimnis. Frauchen hat mit vielen Leuten geredet, die wie sie eine Leidenschaft für die Tomb Raider Spiele haben und niemand, aber auch niemand von diesen Leuten kann die Tomb Raider Spiele ab 2013 noch als Tomb Raider Spiele ansehen. Es gibt die alten bis Angel of Darkness, die neuen von Legend bis Underworld und dann gibt es das Reboot, dass für jeden Fan nichts mehr mit Tomb Raider zu tun hat. Das ist schade und verworfenes Potential.

Warum wollte man genauso wie im 2013 schon wieder Uncharted nachmachen, nur den nötigen Humor weglassen? Warum nicht lieber darüber nachdenken, wie man das Spieleprinzip von Legend bis Underworld besser auflegt? Warum nicht die schon existierende Lara neu aufarbeiten? Musste es unbedingt eine 20 Jahre alte Lara sein, die ungefähr so viel mit Lara Croft gemeinsam hat wie Äpfel mit Birnen? Hier lässt Rise of Tomb Raider meiner Meinung nach die meisten Federn büßen, in der Tatsache, dass es ein Tomb Raider sein soll.

Aber nichtsdestotrotz hat es ja funktioniert, auch eingefleischte Fans holen sich die Reboot-Reihe schon aus Prinzip. Da kann man sich also streiten, ob das nicht vielleicht sogar mit einkalkuliert war.

Das Spiel ist an und für sich gelungen – blicke ich einmal über die Spielephysik und die Gegnermassen hinweg. Es wartet mit einer unglaublichen Grafik auf. Der Soundtrack mag nichts besonderes sein, doch hat er im Laufe des Spiels immer seinen Wiedererkennungswert. All das Gute an dem Spiel geht verloren, weil es Lara Croft ist. Square Enix hat angekündigt, dass auch diese Reihe eine Trilogie werden soll und es soll mit Shadow of Tomb Raider enden.

Frauchen und ich hoffen, dass Shadow of Tomb Raider etwas mehr in die Richtung geht, die wir so sehnlich vermissen. Square Enix hat angekündigt, dass diese Lara Croft sehr viel näher an der alten Lara Croft ist, denn in Shadow of Tomb Raider soll sie werden, was sie später ist. Wir sind gespannt. Aber leider sind wir auch misstrauisch, da es die Gräber diesmal nicht optional gibt, sondern man sie sogar noch per Season Pass kaufen muss.

Hello Darkness my old Friend, noch dunkler kann es in der Geschichte von Tomb Raider, übrigens übersetzt „Grabräuberin“, einfach nicht werden. Jetzt muss die gute Lara sich ihre Gräber schon kaufen, damit sie eine Grabräuberin sein kann. Das trotz der Ankündigung, dass die gute Lara Croft zu ihren Wurzeln finden wird? Ein Widerspruch in sich. Mit diesem doch eher flauen Gefühl warten wir doch ein wenig gespannt auf Shadow of Tomb Raider.
Für Rise of Tomb Raider kann ich leider nicht mehr als das bronzene Pfötchengütesiegel geben:

Denk dran liebe Gamer- und Beaglefreunde Bronze heißt auch nur Jammern auf hohem Niveau. Wäre es gänzlich durch das Raster gefallen, dann hätte ich mir nicht die Mühe gemacht überhaupt so viel darüber zu schreiben. Auch Frauchen hatte ihren Spaß an Rise of Tomb Raider, auch wenn der sie nicht gänzlich halten konnte.

Zu viel ist schief gelaufen, zu oft wird eingefleischten Fans das Gefühl vermittelt ein fremdes Spiel zu spielen. Es geht einfach nicht. Daher empfehle ich das Spiel eigentlich eher den Leuten, die nicht so wirklich Berührung mit Tomb Raider – was ich mir irgendwie nicht vorstellen kann bei einer mittlerweile 20 Jahre bestehender Geschichte – und Gefallen an Spielen wie Uncharted hatte. Diese Spieler werden ihre Freude an dem Spiel haben. Auch Spieler, die das Prinzip von Assassins Creed mögen, können hier auf ihre Kosten kommen. Natürlich keine Attentate, aber Open-World technisch hat Rise of Tomb Raider einiges zu bieten und dem Sammeldrang kann hier nach Herzenslust nachgegeben werden.

Ist es bei euch wie mit Tomb Raider 2013? Ihr seid euch nicht sicher, ob das neue Tomb Raider euch liegt, wollt dem Game aber eine Chance geben?
Absolut kein Problem, wie an Tomb Raider 2013 kommt ihr auch an Rise of Tomb Raider so gut wie überall dran. Sowohl Online, im Handel, bei Steam und im Playstationstore.

Lieber ein Let’s Play, weil ihr der alten Lara treu bleiben wollt, aber neugierig seid, was Rise of Tomb Raider zu bieten hat?
Dann ab zur CupecakeKatze:

Mögen mir die, die es durch haben, verraten, ob es ihnen so ging wie meinem Frauchen? Es würde mich wahnsinnig interessieren. Ich hab sie noch nie so enttäuscht von einem Tomb Raider Spiel erlebt.

Bis dahin reicht euch die Pfote und liest euch im nächsten Review,

Euer Beagle on Games, der Beagle der sprechen kann.

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